Henri La Fontaine

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    belgischer Völkerrechtslehrer und Friedensnobelpreisträger; * 22. April 1854 in Brüssel, † 14. Mai 1943 in Brüssel

    erhielt 1913 den Friedensnobelpreis.

    La Fontaine war zunächst Advokat am Belgischen Appellationsgerichtshof, seit 1893 Professor für Völkerrecht an der Freien Universität, seit 1895 sozialistisches Mitglied des Belgischen Senats, zeitweilig einer seiner Sekretäre.

    Ab 1885 war er unter dem Einfluss des damals bekannten englischen Pazifisten Hodgson Pratt als Vorkämpfer für den Frieden tätig, seit 1889 vornehmlich als Generalsekretär der Belgischen Gesellschaft für Schiedsgerichtsbarkeit und Frieden. Neben Passy, Cremer und Gobat gehörte er zu den wenigen einflussreichen politischen Persönlichkeiten, die aktiv an fast allen internationalen Friedenskongressen teilnahmen. 1908 zum Präsidenten des Berner Ständigen Internationalen Friedensbüros gewählt, nahm er auch an den Arbeiten der Interparlamentarischen Union teil. Diese sah er immer als Keimzelle eines internationalen Parlaments an.

    La Fontaine, der 1912 bei ihrer Genfer Tagung zum Bevollmächtigten für internationale Rechtsprechung ernannt wurde, oblag auch die Organisation der Weltkongresse der Internationalen Verbände in Brüssel 1910 und 1913. Deren Jahrbuch ist eine Fundgrube für Informationen über Verbände internationalen Charakters und ihr praktisches Wirken. Hinzugetreten war seit April 1912 eine repräsentative Zeitschrift, "La Vie internationale". Wichtig ist auch seine Urheberschaft am Internationalen Institut für Bibliografie, das der belgische Staat subventionierte. Unter La Fontaines Veröffentlichungen sind vor allem die "Pasicrisie internationale" zu nennen, eine Geschichte der Dokumente über internationale Schiedsgerichte, in der man alle Ereignisse auf diesem Gebiet zusammengestellt findet. Das Werk umfasst die Zeit von 1794 bis 1900 und erschien in Bern 1902. Diese Dokumente nebst der Bibliografie über den Frieden und das internationale Schiedsgerichtswesen füllen drei Bände.

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