Gustav Theodor Fechner

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    deutscher Philosoph, Naturforscher und Psychologe; * 19. April 1801 in Groß-Särchen bei Muskau, Lausitz, † 18. November 1887 in Leipzig

    Kurzbiografie

    Fechner studierte in Leipzig Medizin, wandte sich dann den Naturwissenschaften zu. 1831 habilitierte er sich für Physik in Leipzig. 1834 wurde er hier Professor. Neben seinen wissenschaftlichen Werken veröffentlichte er unter dem Decknamen Dr. Mises humoristisch-satirische Schriften, darunter "Stapelia mixta" (1824) und "Warum die Wurst schief angeschnitten wird".

    Wissenschaftliche Leistung

    Fechners Philosophie ist ein Ableger von Schellings naturphilosophischem System. Ihr Grundanliegen ist das Leib-Seele-Problem. Leib und Seele, Physisches und Psychisches, Objekt und Subjekt sind nach Fechner nichts Verschiedenes, sie sind nur zwei Erscheinungswesen ein und desselben Wesens, das sich als Wirklichkeit einmal der äußeren (objektiven), einmal der inneren (subjektiven) Betrachtung zeigt. Der Mensch selbst erkennt sich in dieser Welt als Objekt (Körper) und als Subjekt (Bewusstsein, Geist), also als Leib und Seele.

    Durch diese These glaubt sich Fechner zu der Annahme berechtigt, dass nicht nur Mensch, Tier und Pflanze, sondern auch die anorganischen Körper Materielles und Geistiges zugleich sind. Es gibt also für ihn nichts Psychisches ohne Physisches und nichts Physisches ohne Psychisches. Alle Wirklichkeit ist demzufolge in dem Allumfassenden (Gott), und zwar in physischer Erscheinung als Welt, in psychischer Erscheinung als allumfassendes Bewusstsein enthalten.

    Im Anschluss an seine physikalischen und psychologischen Studien nahm Fechner das von dem Göttinger Physiker E. H. Weber 1834 entdeckte Gesetz auf (Webersches Gesetz), nach welchem Reiz und Empfindung in einem bestimmten konstanten Verhältnis stehen, und erweiterte es zum "psychophysischen Grundgesetz". Gustav Theodor Fechner ist der Begründer der "Psychophysik" geworden, die die experimentellen Untersuchungen der anorganischen Naturwissenschaften auch auf die Messung von Seelischem überträgt, eine im psychologischen Versuch weiterwirkende Grundmethode der Psychologie.

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