Gregor von Rezzori

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    österreichischer Schriftsteller; * 13. Mai 1914 in Czernowitz, † 23. April 1998 in Domini bei Florenz

    Man kennt Rezzori allgemein als den "Maghrebinier", dessen Geschichten, Legenden und Anekdoten um Rabbis, Räuber und Bojaren aus dem erfundenen Land Maghrebinien zu Beginn der 1950er Jahre die Hörer des NWDR erfreuten. Ebenso bekannt wie diese Hörspiele wurden später die "Maghrebinischen Geschichten" (1953) und die "Neuen maghrebinischen Geschichten" (1977). Sie stellen auf ironisch-humorige Weise balkanische Verhältnisse dar, wie sie Rezzori aus seiner Heimat, der Bukowina, kennt, wo er als Sohn eines Hofrats der k. u. k.-Monarchie zur Welt kam. Der versierte Stilist Rezzori erreichte einen Höhepunkt seines Schaffens mit seinem "Idiotenführer durch die deutsche Gesellschaft", in dem er ein bundesrepublikanisches Kastenwerk, bestehend aus Hochadel, Adel, Schickeria und Prominenz, beschreibt. Diese gesellschaftssatirischen Studien erschienen zwischen 1961 und 1965, nachdem der Roman "Ein Hermelin in Tschernopol" (1958) dem Erzähler große Erfolge eingebracht hatte. Unter den sonstigen Arbeiten ist etwa noch der Roman "Der Tod meines Bruders Abel" (1976) zu nennen; in den 1990er Jahren folgten Reiseberichte ("Italien", 1996 u.a.) und autobiografische Erzählungen ("Mir auf der Spur", 1997 u.a.).

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