Alfred Andersch

    Aus WISSEN-digital.de

    deutscher Schriftsteller; * 4. Februar 1914 in München, † 21. Februar 1980 in Berzona (Tessin)

    gehörte mit Hans-Werner Richter zu den Gründungsmitgliedern der Gruppe 47. Dieser Schriftstellervereinigung schlossen sich fast alle namhaften Autoren der deutschen Nachkriegsliteratur an. Obwohl Andersch einer der Väter dieser Literatur ist, erreichte er doch nie den Bekanntheitsgrad, den mancher seiner Schüler heute hat.

    Er trat mit 19 in die KPD ein. Im Dritten Reich lange in KZ-Haft, wurde er später eingezogen und kam an die Front. In Italien desertierte er schließlich ein Jahr vor Kriegsende. Sein erster Roman "Kirschen der Freiheit", der acht Jahre später erschien, schildert dieses Erlebnis.

    Andersch gilt als ein sehr autobiografisch schreibender Autor. In den Geschichten des "Franz K." offenbarte er Episoden seiner Jugend, und auch, wie er zum Kommunisten wurde. Die nationalsozialistische Zeit hatte großen Einfluss auf sein Schaffen. Immer wieder setzte er sich mit diesem Thema auseinander. Beispielhaft dafür ist der Roman "Sansibar oder der letzte Grund". In diesem Buch geht es um Verfolgung und Flucht einer Jüdin aus Deutschland. Neben Romanen schrieb Andersch auch Essays und Hörspiele.

    Er verließ Deutschland später und ging in die Schweiz. Doch auch hier blieb er ein aufmerksamer Beobachter der politischen Geschehnisse in seiner Heimat. Aufsehen erregte Andersch mit seinem Gedicht "Artikel 3". Er zieht darin einen Vergleich zwischen dem Radikalenerlass und nationalsozialistischen Berufsverboten. Auch sein letztes Buch "Der Vater eines Mörders", das seinen Lehrer Himmler, den Vater des Reichsführers SS, porträtiert, sucht nach Bewältigung der NS-Zeit.


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