Akt (Kunst)

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    In der bildenden Kunst zuerst eine bestimmte Position des menschlichen Körpers zu Studienzwecken, dann die Studie selber, in neuerer Zeit angewandt auf jede Darstellung (auch Fotografie) des nackten bzw. halbnackten (Halbakt) menschlichen Körpers.

    Geschichte

    Es gibt Aktdarstellungen seit den Anfängen der bildenden Kunst (z.B. Venusstatuetten). Sumer, Ägypten, Kreta, Indien u.a. frühe Hochkulturen erreichten darin ein hohes Niveau. In der archaischen und klassisch griechischen Plastik erhielt der kampfbereite, sportgeübte männliche Körper eine hohe Wertschätzung. Auch im Mittelalter lassen sich Aktwiedergaben finden, zaghaft, in biblischen Themen wie Adam und Eva, Christus am Kreuz, heiliger Sebastian, Auferstehung der Toten usw. Der David des Donatello (um 1430, Florenz, Bargello) ist eine der ersten Aktfreifiguren der neuzeitlichen europäischen Kunst. Jan van Eyck malte gleichzeitig die ersten Aktporträts (Adam und Eva am Genter Altar, 1432, Gent, St. Bavo). Systematische Studien des menschlichen Körpers gab es seit der Renaissance (Leonardo da Vinci, Dürer), sie wurden in dieser Zeit Grundlage der künstlerischen Ausbildung; antike Götter und Heroen (Venus, Apoll, Diana, Leda, usw.) bildeten zuerst die Themen des Akts, dann arbeitete man allgemein nach Aktmodellen, zuerst nach männlichen, die noch maßgeblich waren auch für Darstellungen des weiblichen Körpers; erst nach 1500 wurde das weibliche Aktmodell üblich.

    Die Geschichte der Aktdarstellung ist gleichzeitig die Geschichte des menschlichen Schönheitsideals und des künstlerischen Verhältnisses zur Wirklichkeit: der nackte Körper als Sinnbild körperlicher und geistiger Vollkommenheit (Kalokagathie), dargestellt im Heroenkult (z.B. Fries des Pergamonaltars), als Sehnsucht nach Ursprünglichkeit (z.B. Marées "Pferdeführer und Nymphe"), als weltflüchtige Verträumtheit (z.B. Otto Mueller, "Stehender Akt unter Bäumen"), als Sinnenfreude (z.B. Rubens, "Bathseba"), als Symbolismus (z.B. Ingres, "Die Quelle"). Das bekannteste Aktselbstbildnis stammt von Dürer.



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