Vojislav Kostunica

    Aus WISSEN-digital.de

    serbischer Politiker; * 24. März 1944 in Belgrad

    Vojislav Kostunica war von 2000 bis 2003 Präsident von Jugoslawien/ Serbien und Montenegro. Der Jurist lehnte sich schon zu Titos Zeiten gegen die Obrigkeit auf. 1974, damals Assistent an der Juristischen Fakultät, musste er die Universität Belgrad verlassen, weil er eine Petition zur Freilassung des national-serbisch gesinnten Professors Mihajlo Djuric (der wegen seiner Kritik an Titos Verfassung im Gefängnis saß) unterschrieben hatte. Kostunica arbeitete am Belgrader Institut für Sozialwissenschaften und setzte sich für den Schutz von Menschenrechten ein.

    Der gemäßigte Nationalist war 1989 an der Gründung der Demokratischen Partei (DS) beteiligt. Als diese jedoch ihre nationalistische Position aufgab, verließ er 1992 die DS und gründete die großserbisch ausgerichtete Demokratische Partei Serbiens (DSS). Kostunica lehnte jede Zusammenarbeit mit Milosevic ab. Die Wahlen im September 2000 gewann er mithilfe eines Bündnisses aus 15 Parteien mit deutlicher Mehrheit. Eine Auslieferung seines Vorgängers an das Haager Tribunal für Menschenrechte lehnte der Anti-Amerikanist ab, wurde aber im Juni 2001 vor vollendete Tatsachen gestellt, als der serbische Regierungschef Zoran Djindjic die Auslieferung anordnete. Im März 2003 trat er bei der Sitzung des neuen Parlaments für Serbien und Montenegro als Präsident Jugoslawiens zurück. Als Regierungschef Serbiens stand ab Februar 2004 einer Minderheitsregierung vor. Vier Jahre später erklärte er seinen Rücktritt und forderte Neuwahlen. Kostunica kritisierte vor allem, dass die serbische Regierung keine einheitliche Haltung zur Kosovo-Frage vertrete. Seit der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo durch die albanisch geführte Regierung in Pristina im Februar 2008 hatte sich die Regierungskrise in Belgrad zugespitzt.

    Kostunica wandte sich immer wieder gegen "Einmischungen" Amerikas, er setzte sich aber für eine Normalisierung des Verhältnisses zwischen Serbien und Montenegro und den anderen europäischen Ländern, insbesondere der EU, ein.



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