Togo (Reiseinfos)

    Aus WISSEN-digital.de

    In Togo können Sie Afrika in seiner ursprünglichsten Form erleben: Als eines der kleinsten und unbekanntesten Länder des Kontinents ist es gerade deshalb ein lohnendes Reiseziel.

    Land und Leute

    Die westafrikanische Republik Togo grenzt im Westen an Ghana, im Osten an Benin, im Norden an Burkina Faso und im Süden an den Atlantik. Benannt wurde sie übrigens nach dem Ort Togo – dem heutigen Togoville – am Lake Togo. „To“ bedeutet in der Sprache der Ewe „Wasser“ und „Go“ bedeutet „Ufer“.

    An seiner breitesten Stelle ist Togo gerade einmal 160 Kilometer breit und steigt hinter den palmengesäumten Lagunen und Sandstränden der etwa 56 Kilometer langen Küste zu einem hügeligen Plateau an. Den höchsten Punkt bildet der Mont Agou (986 Meter). Im Norden senkt sich das Land zu einer großen Ebene hin ab, die vom Fluss Oti bewässert wird. Das Landesinnere ist dicht bewaldet, während sich im Norden und Süden Savanne, besiedelt von Antilopen und Elefanten, ausdehnt. Der Mono ist mit einer Länge von 400 Kilometern der längste Fluss des Landes und mündet im Osten ins Meer.

    Mit seiner Gesamtfläche von nur 56.785 Quadratkilometern – das entspricht in etwa der Fläche von Hessen und Baden-Württemberg zusammen – ist Togo eines der kleinsten Länder des afrikanischen Kontinents. Seine knapp sechs Millionen Einwohner, von denen eine Million in der Hauptstadt Lomé leben, gehören einer Vielzahl ethnischer Gruppen an. Die größten davon bilden die Ewe (40 Prozent), die Akebou (13 Prozent) und die Gurma (zehn Prozent). Etwa jeder Hundertste Togoer ist europäischer Abstammung. Die Amtssprache des Landes ist Französisch. Daneben existieren noch zahlreiche Sprachen der verschiedenen Bevölkerungsgruppen.

    Fast die Hälfte der Bevölkerung Togos gehört verschiedenen Naturreligionen an, 20 Prozent sind Katholiken, 10 Prozent Protestanten und 20 Prozent Moslems.

    Klima

    Das Klima Togos ist ganzjährig tropisch-feucht und insgesamt sehr heiß. Die durchschnittlichen Temperaturen betragen etwa 35 °C im Norden und 27 °C an der Küste. Auch die Nächte bringen kaum Abkühlung. Am heißesten wird es in den Monaten Februar und März, mit Mittagstemperaturen um 39° C im Norden und 32° C im Süden. Am kühlsten ist es für den Reisenden im August mit Temperaturen um 27 °C. Im Dezember und Januar weht der staubführende Harmattan aus der Sahara. Im Norden gibt es eine Regenzeit von April bis September. Im Süden kommt es zu zwei Regenzeiten, von denen die eine von April bis Juni und die andere von Oktober bis November andauert.

    Die beste Reisezeit ist im Norden von November bis April, im Süden von Oktober bis April.

    Sehenswürdigkeiten

    Traditionelle Lehmhäuser

    Interessanteste Sehenswürdigkeit ist die vom Volksstamm der Batammariba bewohnte Region Koutammakou in Nord-Ost-Togo. Die traditionellen Siedlungen des Volkes sind weitgehend intakt und bieten Ihnen einen unvergleichlichen Einblick in westafrikanische Traditionen und die naturverbundene Lebensweise des Volkes. Die zylindrischen Lehmhäuser der Batammariba weisen eine charakteristische Architektur auf und sind ein Symbol für Togo. Seit 2004 zählt diese Region zum UNESCO-Weltkulturerbe.

    Die Hauptstadt Lomé beheimatet einen großen, lebendigen Marktplatz und das Togo Nationalmusem, in dem Sie u. a. ethnographische Ausstellungen besuchen können.

    In der Nähe der Stadt Tomagbé ist der Akloa-Wasserfall mit einer Fallhöhe von 35 Metern zu besichtigen. Sie erreichen ihn mit dem Taxi von Tomagbé aus.

    Vor allem bei Wassersportlern ist der Lake Togo – der größte See des Landes – ein beliebtes Ziel. Per Boot fahren Sie nach Togoville, wo es zahlreiche Voodoo-Grabstätten zu bestaunen gibt. Besonders für Tierfreunde ist natürlich der Besuch eines Nationalparks unverzichtbar. Hier bieten sich besonders der Fazao-Malfacassa-Nationalpark bei Sokodé und der Kéran-Nationalpark bei Kara an. Mit etwas Glück können Sie dort noch die letzten freien Wildtiere Togos wie Affen, Elefanten und Antilopen beobachten.

    Falls Sie es etwas sportlicher mögen, bietet sich das Hügelland an der Grenze zu Ghana bei Kpalimé an. Auf wunderschönen Wanderungen können Sie hier die vielen Schmetterlinge beobachten, für die diese Gegend bekannt ist. Auch zum Campen gibt es dort gute Möglichkeiten. Ruhe und Erholung finden Sie an den Stränden Togos. Besonders schön sind Robinson's Plage und Aného Beach. Wegen gefährlicher Strömungen sollten Sie das Baden außerhalb von bewachten Stränden jedoch unbedingt unterlassen!

    Reisevorbereitungen und Verkehr

    Für die Einreise benötigen Sie ein Visum, das die Auslandsvertretungen Togos ausstellen. Kinder benötigen ein eigenes Visum, ein Kinderreisepass wird empfohlen. Eine Gelbfieberimpfung ist zur Einreise erforderlich (bitte beachten Sie dazu die Seiten des Auswärtigen Amtes). Ferner werden für Kurzreisen Impfungen gegen Hepatitis A, Tetanus, Diphterie und Poliomyelitis empfohlen. Beachten Sie hierzu die Seiten des Auswärtigen Amtes, insbesondere die Reise- und Sicherheitshinweise.

    Die Währung Togos ist der CFA-Franc. Der Geldumtausch stellt in Togo kein großes Problem dar und ist in Banken und Wechselstuben von Lomé und anderen größeren Städten möglich. Außerhalb der Länder der CFA-Franc-Zone ist der Rücktausch nicht empfehlenswert, da es dort zu hohen Tauschverlusten kommt. Reiseschecks und die gängigen internationalen Kreditkarten (nicht Eurocard und Mastercard!) werden in den Banken der größeren Städte akzeptiert. Dort finden Sie auch Geldautomaten.

    Straßen und Fahrzeuge sind allgemein in schlechtem Zustand. Wegen fehlender Beleuchtung sind Nachtfahren riskant. Die Mitfahrt in Motorrad-Taxis birgt eine große Unfallgefahr. Der Zugverkehr ist seit einigen Jahren eingestellt.

    Geschichte

    Frühgeschichte

    Archäologische Funde im Küstenbereich von Togo weisen auf eine Besiedlung des Gebiets lange vor Beginn der christlichen Zeitrechnung hin. Am Ende des ersten Jahrtausends n.Chr. begann die Besiedlung durch Viehzucht und Wanderackerbau betreibende Volksstämme. Ab dem 15. Jahrhundert n.Chr. wanderten von Osten her Ewe und Yaruba ein, von Westen her unter anderem Tyokossi, Kuande, Fanti und Mani. Im Norden des Gebietes des heutigen Togo setzte sich der Islam als Glaubensrichtung durch, während in den übrigen Teilen des Landes Naturreligionen praktiziert wurden.

    Europäische Kolonialisierung

    Ab Beginn des 16. Jahrhunderts begannen portugiesische Seefahrer, am Küstenstreifen des heutigen Togo Niederlassungen zu erbauen. Mit den ansässigen Stämmen wurde Handel mit Elfenbein, Pfeffer und Sklaven, die aus dem Landesinneren verschleppt wurden, getrieben. Im Verlauf des 17. Jahrhunderts versuchten auch Niederländer, Dänen, Engländer und Franzosen in diesem Gebiet Fuß zu fassen und sich an den Handelsbeziehungen zu beteiligen. Ab 1807 begann Großbritannien, den Sklavenhandel in den afrikanischen Gebieten zu unterdrücken. Erst später konnte der Handel mit Palmprodukten und Baumwolle den Sklavenhandel ablösen.

    Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts versuchten deutsche Missionare, das Volk der Ewe im Süden des heutigen Togo zum Christentum zu bekehren. Den Missionaren folgten Kaufleute, die im Auftrag des Deutschen Reiches mit den verschiedenen Völkern sogenannte "Schutzverträge" abschlossen, die das Küstengebiet mit der Stadt Lomé zum deutschen Protektorat machten (1884). Bis zum Ende des Jahrhunderts wurde das Schutzgebiet weiter ausgedehnt in Richtung Norden und Westen, bis es um die Jahrhundertwende in etwa die Größe des heutigen Togo erreichte. Mit den anderen Kolonialmächten Frankreich im Norden und Osten (heute Burkina Faso und Burundi) und Großbritannien im Westen (heute Ghana) wurden entsprechende Grenzverträge unterzeichnet.

    Am Anfang des Ersten Weltkriegs 1914 marschierten französische und britische Truppen in das deutsch besetzte Gebiet ein und teilten dieses zwischen sich auf: Frankreich erhielt den östlichen, Großbritannien den westlichen Teil. 1922 wurden die beiden Teile Mandatsgebiete des Völkerbundes unter der Verwaltung der beiden europäischen Mächte. Während die Briten ihren Teil der Goldküstenkolonie (Ghana) eingliederten, wurde der französisch verwaltete Teil in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts zunächst mit Dahome (heute Benin) vereinigt, 1936 dann als eigenständige Kolonie an das Generalgouvernement Französisch-Westafrika angeschlossen. Die Trennung des Gebietes wurde durch die UNO nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bestätigt.

    Die getrennten Ewe-Völker versuchten eine Wiedervereinigung der Gebiete zu erreichen, mit diesem Ziel wurden Organisationen wie das "Comité de l'Union Togolaise" (CUT) (im französischen Teil) und die "All Ewe Conference" im britischen Teil gegründet. Sie konnten aber nicht verhindern, dass Großbritannien nach der Durchführung einer Volksabstimmung den westlichen Teil des Landes an das spätere Ghana angliederte.

    Selbständigkeit

    Französisch-Togo erhielt 1956 als Republik innerhalb der Französischen Gemeinschaft die beschränkte innere Autonomie. Die neue Regierung unter der Führung des Deutsch-Afrikaners Nicolas Grunitzky hatte ihren Sitz in der Hafenstadt Lomé. 1960 wurde die Republik Togo souveränes Land und erhielt eine Verfassung nach französischem Vorbild. Erster Staatspräsident des Landes wurde Sylvanus Olympio, der ohne Gegenkandidat gewählt worden war. Er verbot nach der Entdeckung angeblicher Putschvorhaben sämtliche oppositionelle Parteien.

    Im Januar 1963 fiel Olympio einem Putsch unter der Führung von Oberst Etienne Eyadéma zum Opfer. Nach Wahlen im Mai 1963 wurde der aus dem Exil zurückgekehrte Nicolas Grunitzky neuer Staatspräsident von Togo. Im gleichen Jahr gehörte Togo zu den Gründungsmitgliedern der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU, Organization for African Unity), deren Ziel die Entkolonialisierung Afrikas und die Abschaffung der weißen Minderheitsregierungen war.

    1967 kam es zu einem erneuten Staatsstreich, an die Macht kam Oberst Etienne Eyaméda. Eyaméda erklärte 1969 die von ihm gegründete "Rassemblement du Peuple Togolais" (RPT) zur Einheitspartei und regierte diktatorisch, bemühte sich aber dennoch um innenpolitische Stabilität durch die Einbeziehung aller Bevölkerungsgruppen. Außenpolitisch suchte Eyaméda die Anlehnung an den Westen und gute Beziehungen zum ehemaligen Mutterland Frankreich.

    In den 70er Jahren kam es wiederholt zu Unruhen in der Bevölkerung, 1977 zu einem gescheiterten Putschversuch. 1979 baute eine Verfassungsänderung die Machtbefugnisse des Staatspräsidenten weiter aus. Auch 1986 konnte sich Eyaméda gegen einen erneuten Staatsstreich behaupten. Nur mit Hilfe französischer Soldaten konnte die Ordnung im Lande wieder hergestellt werden.

    Im August 1991 musste Staatspräsident Eyaméda nach Massendemonstrationen und Streiks einer Demokratisierung des Landes zustimmen, es wurde eine Übergangsregierung gebildet. Doch mit Einsatz des Militärs gelang es Eyaméda wiederholt, die angekündigten freien Wahlen zu verschieben. Daraufhin bildete die Opposition im Nachbarstaat Benin eine Exilregierung und boykottierte die kurzfristig angesetzten Präsidentschaftswahlen 1993. Eyaméda wurde mit über 90 % der Stimmen im Amt bestätigt.

    Nach einem erneut gescheiterten Putschversuch gegen Staatspräsident Eyaméda im Januar 1994 verließen rund eine halbe Million Menschen das Land aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen. Einen Monat später wurden die ersten freien Parlamentswahlen mit mehreren Parteien abgehalten, die von den Oppositionsparteien klar gewonnen wurden. Staatspräsident Eyaméda setzte daraufhin den Führer der UTD (Union togolaise pour la démocratie), Edem Kodjo, als neuen Regierungschef von Togo ein (bis 1996). Trotz Mehrparteienregierung hatten Eyaméda und sein Familienclan de facto die politische Macht weiter inne. Bei den Präsidentschaftswahlen im Juni 1998 wurde er mit 52 % der Wählerstimmen erneut im Amt bestätigt, sein Herausforderer Gilchrist Olympio erhielt 34 %. Internationale Wahlbeobachter und Vertreter der Opposition warfen der Regierung die Fälschung der Wahlergebnisse vor. Nachträglich stellten Organisationen wie Amnesty International schwere Menschenrechtsverletzungen an oppositionellen Politikern fest. Die Parlamentswahlen im März 1999 wurden daraufhin von der Opposition (und einem Großteil der Wähler) boykottiert, worauf die RPT des Staatspräsidenten Eyaméda 79 von insgesamt 81 Sitzen errang. Im gleichen Jahr noch verkündete Eyaméda, er werde bei den nächsten Präsidentschaftswahlen nicht mehr antreten und stellte eine baldige Wiederholung der Parlamentswahlen in Aussicht. Nachdem diese auf sich warten ließ, kam es im August 2001 in der Hauptstadt Lomé zu schweren Unruhen. Die mehrmals verschobenen Wahlen fanden schließlich im Juni 2003 statt. Präsident Eyadéma ging als Sieger aus ihnen hervor; der wichtigste Kandidat der Opposition, Gilchrist Olympio, war im Dezember von der Wahl ausgeschlossen worden. Im Vorfeld der Wahlen berichteten internationale Menschenrechtsorganisationen von erneuten Verstößen gegen Mitglieder der Opposition.

    Nach dem Tod von Präsident Eyaméda im Februar 2005 wurde sein Sohn Faure Gnassingbé vom Militär als Nachfolger eingesetzt. Internationale Proteste führten zwei Monate später zu Präsidentschaftswahlen, aus denen Faure als Sieger hervorging. Allerdings wurden bei diesen Wahlen zahlreiche Unregelmäßigkeiten festgestellt. Infolgedessen kam es zu Unruhen, die von der Regierung massiv unterdrückt wurden; Togo war nun politisch und wirtschaftlich noch isolierter als vorher. Im August 2006 wurde zwischen Präsident und Opposition ein Kooperationsabkommen unterzeichnet und eine Übergangsregierung eingesetzt. Internationale Wahlbeobachter erkannten die schließlich im Oktober 2007 stattfindenden Parlamentswahlen als ausreichend frei und fair an; die RTP errang trotz Verlusten die absolute Mehrheit. Weltbank und Internationaler Währungsfonds (IWF) haben ihre Zahlungen für Strukturanpassungsmaßnahmen, die wegen der innenpolitischen Instabilität eingestellt worden waren, wieder aufgenommen. Die Entschuldung Togos wurde durch den "Pariser Club" im Juni 2008 beschlossen. Präsident Faure Gnassingbé verfolgt seinen Reformkurs weiter.



    Wer hat's gesagt?

    Worte von historischen Ausmaßen sind uns zwar meist zumindest vom Hören-Sagen bekannt - aber kennen Sie den Kontext?
    Jetzt quizzen!


    KALENDERBLATT - 22. August

    1864 Die erste 1. Genfer "Konvention zur Verbesserung des Loses der verwundeten Soldaten der Armeen im Felde" entsteht. Sie geht auf die Initiative Henri Dunants zurück, der in seiner Schrift "Eine Erinnerung an Solferino", in der er seine Erlebnisse als Zeuge der Schlacht bei Solferino wiedergibt, zur Gründung einer Hilfsorganisation aufrief – das spätere Rote Kreuz.
    1910 Japan annektiert das Königreich Korea, dessen König zur Abdankung gezwungen wird.
    1948 In Amsterdam beginnt die erste Vollversammlung des Weltrats der Kirchen, um eine Verfassung für den Ökumenischen Rat auszuarbeiten.