Syndikalismus

    Aus WISSEN-digital.de

    (französisch: syndicat, "Gewerkschaft")

    Der Syndikalismus ist eine Form des Gewerkschaftssozialismus, der sich außer auf Elemente des Anarchismus (Ablehnung jeder Form von Staat) und des Marxismus (Klassenkampf als die historische Rolle des Proletariats) auf die Lehre von der entscheidenden revolutionären Funktion der Gewerkschaften gründet.

    Der Syndikalismus, wegen seiner engen Verwandtschaft zum Anarchismus auch als Anarchosyndikalismus bezeichnet, zielt ab auf die (gewaltsame) Übertragung des Eigentums auf die Produktionsmittel und die Verfügung über diese an die Gewerkschaften, die sich zu einer freien Föderation zusammenschließen und auch die gesetzgebenden Körperschaften besetzen (an Stelle parlamentarischer Wahlen in Bezirken).

    Die Syndikalisten lehnen den Kampf durch politische Organisationen (Arbeiterparteien) und die Teilnahme an der parlamentarischen Auseinandersetzung ab und erkennen nur die "direkte Aktion" als wirksames Kampfmittel an (Streik, Sabotage und ähnliche unmittelbar gegen das Unternehmertum gerichtete Maßnahmen). Ein bekannter Theoretiker dieser Kampfführung ist Georges Sorel.

    In Frankreich beherrschte der Syndikalismus vor dem Ersten Weltkrieg die gesamte französische Gewerkschaftsbewegung, verlor aber nach dem Krieg fast allen Boden an den Kommunismus; ähnlich war es in Italien, wo er vom Faschismus beseitigt wurde; in Deutschland spielt der Syndikalismus (abgesehen von einer kurzen Aktivität nach 1918) nur die Rolle einer politischen Sekte; in den USA wurde er von der 1905 gegründeten Gruppe Industrial Worker's of the World getragen; in Großbritannien kam es zwischen 1905 und 1910 zur Bildung verschiedener Syndikalistengruppen. Seit den 1920er Jahren hat der Syndikalismus als eigenständige Bewegung an Bedeutung verloren, seine Grundideen sind heute in politischen und gewerkschaftlichen Gruppierungen wieder zu finden.



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