Namibia

    Aus WISSEN-digital.de


    Geografie

    Rote Sanddünen in der Nähe des Sossusvlei

    Die Republik Namibia liegt in Südwestafrika und ist mit einer Fläche von 824 292 km² mehr als doppelt so groß wie Deutschland. Im Westen grenzt das Land an den Atlantischen Ozean, im Norden an Angola, im äußersten Nordosten an Sambia (Caprivi-Zipfel), im Osten an Botswana und im Südosten und Süden an Südafrika. Die Wüste Namib, die sich an der Atlantikküste entlang zieht, gab dem Staat seinen Namen.

    Der Wüstenstreifen der Namib ist auf dem Staatsgebiet Namibias ein zwischen 80 und 130 km breiter Flachlandstreifen, der in seinem nördlichen Abschnitt überwiegend mit Stein und Geröll bedeckt ist. Im mittleren Teil stellen die Dünen der Sand-Namib einige der höchsten Dünen der Welt dar. Der südliche Abschnitt erhielt aufgrund seiner Formationen den Namen Wannennamib. Im Osten ist die Wüste durch die steil ansteigende Randschwelle begrenzt, die den Übergang zum zentralen Hochland bildet. Die höchste Erhebung Namibias, der Brandberg mit 2 610 m, ist einer der Gipfel dieser Randschwelle.

    Robben am Kreuzkap

    Das zentrale Hochland liegt durchschnittlich auf einer Höhe von 1 200 bis 2 000 m über dem Meeresspiegel. Im Norden liegt Ovamboland, im Zentrum Damaraland, im Süden Großnamaland. Im Osten hat Namibia Anteil am Kalahari-Becken, dessen größter Teil auf dem Territorium des benachbarten Botswana liegt. Das Kalahari-Becken ist ein abflussloses Hochland mit ausgedehnten Sandflächen und Salzpfannen (Etoschapfanne).

    Die Flüsse im Landesinneren führen nur nach starken Regenfällen Wasser, während der Kunene, der Okawango, der Sambesi und der Linyanti, die jeweils auch Landesgrenzen markieren, das ganze Jahr über Wasser führen.

    Die Hauptstadt Windhoek liegt im zentralen Binnenland.

    Klima

    Das Klima in Namibia ist gekennzeichnet durch heiße Sommer, warme Winter und nur wenig Niederschläge. In der Namib am Atlantik werden jährlich weniger als 20 mm Niederschläge gemessen, die überwiegend auf Nebel zurückgehen. Im nördlichen Bereich des zentralen Hochlandes werden durchschnittlich 550 mm jährlich gemessen, im Süden sind es ca. 150 mm. Die meisten Niederschläge fallen im Sommerhalbjahr (Oktober bis März). Die durchschnittlichen Temperaturen an der Küste liegen zwischen 18 °C im Sommer und 12 °C im Winter, im Hochland sind es im Sommer ca. 25 °C, im Winter 13 °C.

    Flora und Fauna

    Flamingos in der Lagune Sandwich Harbor

    Die geringen Niederschlagsmengen in Namibia führen dazu, dass Dornstrauchsavanne mit Zwergsträuchern, Sukkulenten und Gräsern weite Teile des Landes dominieren. Die Namib ist nahezu ohne Vegetation, das Kalahari-Becken stellt Halbwüste dar. Im nördlichen Hochland findet sich lichter Trockenwald. Vegetationsreichstes Gebiet ist der Caprivi-Zipfel im äußersten Nordosten des Landes mit dichten Waldbeständen und Sumpfgebieten in der Nähe des Linyanti.

    Gruppe von Gnus in der Etoscha-Pfanne

    Zur Erhaltung der artenreichen Tierwelt sind rund 13 % des Staatsterritoriums ausgewiesene Schutzgebiete, der größte Park ist der Etoscha-Nationalpark mit 22 270 km². Hier finden zahlreiche größere Säugetierarten wie z.B. Löwen, Leoparden, Geparden, Antilopen, Elefanten, Giraffen, Zebras und Kaffernbüffel einen geeigneten Lebensraum. Nashörner, vor allem das Spitzmaulnashorn, gelten als vom Aussterben bedrohte Tierart. In der artenreichen Vogelwelt Namibias kommen an der Küste Pelikane, Flamingos, Kormorane und Seeschwalben vor.

    Oryx

    Die seltene Damara-Seeschwalbe gilt als vom Aussterben bedrohte Tierart. In den Wüsten- und Halbwüstengebieten leben u.a. Drosselwürger, Felsenadler, Augurbussard und Siedelweber. Zahlreich sind auch Reptilien, an Schlangen finden sich z.B. Hornvipern, Puffottern, Kobras und schwarze Mambas. Im Norden Namibias in feuchten Gebieten leben das Nilkrokodil und verschiedene Schildkrötenarten wie die Weich- und die Klappschildkröte. In den Wüstengebieten sind Chamäleons und Dünnfingergeckos heimisch.

    Bevölkerung

    Etwa 2,03 Millionen Menschen leben in Namibia, mit durchschnittlich 2,5 Einwohnern pro Quadratkilometer ist das Land extrem dünn besiedelt. Etwas weniger als ein Drittel der Bevölkerung lebt in Städten, bei der weißen Bevölkerung ist der Verstädterungsgrad wesentlich höher. Die mit Abstand größte Stadt ist die Hauptstadt Windhoek mit etwa 235 000 Einwohnern. Weitere Städte sind Swakopmund (rund 25 000 Einwohner), Rehoboth (21 500) und Rundu (20 000).

    Die Bevölkerung setzt sich aus verschiedenen Ethnien zusammen, die größte Gruppe sind die Ovambo, die etwa die Hälfte der Gesamtbevölkerung ausmachen und deren angestammtes Gebiet (Ovamboland) im Norden Namibias liegt. Weitere Bevölkerungsgruppen sind die Kavango (9 %), Herero, Damara, Nama, Caprivianer und San. Weiße machen etwa 6 % der Gesamtbevölkerung aus, Mischlinge knapp 6,5 %. Die Amtssprache in Namibia ist Englisch, daneben werden verschiedene Bantusprachen, afrikaans, die San-Sprache Khoekhoe und deutsch gesprochen. Protestanten stellen mit über 60 % die größte Glaubensgemeinschaft dar, etwa 20 % der Bevölkerung sind Katholiken. Naturreligionen werden vielfach praktiziert, teilweise auch in Vermischung mit dem Christentum.

    In Namibia gibt es ein deutliches Wohlstandsgefälle zwischen Schwarz und Weiß. Die offizielle Arbeitslosenquote liegt bei 35 %. Das Sozial- und Gesundheitswesen konzentriert sich auf die Städte und ist in ländlichen Gebieten unzureichend. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei nur 44 Jahren. Etwa 84 % der Namibier können lesen und schreiben; es herrscht allgemeine Schulpflicht für 7- bis 16-Jährige. Über ein Fünftel der namibischen Bevölkerung ist heute mit der Immunschwächekrankheit Aids infiziert. Das Bevölkerungswachstum beträgt daher vergleichsweise geringe 0,75 %.

    Politisches System

    Namibia ist eine präsidiale Republik, die erst seit 1990 unabhängig ist. Gemäß der Verfassung vom März 1990 wird der Staatspräsident (seit 2004 Hifikepunye Pohamba) für fünf Jahre direkt gewählt. Er ernennt das Kabinett, das unter der Leitung des Premierministers arbeitet (seit 2005 Nahas Angula).

    Die Legislative liegt beim Parlament, das aus zwei Kammern besteht: Die Nationalversammlung (National Assembly) hat 72 Sitze, die Abgeordneten werden nach dem Verhältniswahlrecht vom Volk für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt, sechs der Abgeordneten werden vom Staatspräsidenten ernannt und haben kein Stimmrecht. Der Nationalrat (National Council) mit beratender Funktion hat 26 Mitglieder, jeweils zwei vertreten eine der 13 Regionen des Landes. Die dominierenden Parteien sind die regierende SWAPO-Partei (South West Africa People's Organization) und die oppositionelle Demokratische Turnhallenallianz (DTA) sowie die Kongress-Partei der Demokraten (COD). Jeder Namibier darf ab dem 18. Lebensjahr wählen.

    Wirtschaft

    Der wichtigste Bereich der namibischen Wirtschaft ist der Bergbau, das Land verfügt über reichhaltige Bodenschätze. Die Hauptprodukte sind Diamanten und Uran, hier gehört Namibia zu den weltweit größten Förderern. Weitere Bergbauprodukte sind Kupfer, Silber, Blei, Zinn, Wolfram und Vanadium. Allein Diamanten erbringen ein Drittel der gesamten Exporterlöse.

    Zweiter wichtiger Bereich ist die Landwirtschaft, die für mehr als die Hälfte der Bevölkerung die Lebensgrundlage bildet. Auf über 40 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche wird durch "kommerzielle" Farmen vor allem auf den Export ausgerichtete Viehwirtschaft betrieben (überwiegend Rinder und Schafe), den Rest bewirtschaften Farmer in Subsistenzwirtschaft. Die namibische Regierung versucht durch ein 1995 verabschiedetes Landreformgesetz, den Anteil nicht-weißer Farmer für kommerzielles Farmland zu erhöhen. Durch die klimatischen Verhältnisse stehen nur rund ein Prozent der Landesfläche zum Ackerbau zur Verfügung, angebaut werden vor allem Mais, Getreide, Sonnenblumen und Erdnüsse. Durch den kalten Benguealstrom sind die Gewässer vor der namibischen Küste fischreich, die Fischereiwirtschaft gilt als Hoffnungsträger, trotz teilweise stark reduzierter Fischbestände bei wirtschaftlich wichtigen Arten wie Sardinen und Seehechten. Landwirtschaftliche Güter (vor allem Vieh, Fleisch und Felle) sind mit rund 30 % am Export beteiligt.

    Die Industrie in Namibia ist nur mäßig entwickelt und konzentriert sich auf die Verarbeitung von Fleisch und Fisch und die Produktion von Nahrungsmitteln und Getränken. Kleine und mittlere Betriebe überwiegen. Rund 15 % der Erwerbstätigen sind hier beschäftigt.

    Die namibische Wirtschaft ist in großem Maße von Südafrika abhängig, betreibt aber inzwischen auch regen Handel mit den USA und der Europäischen Union. Wichtige Deviseneinnahmequelle in Namibia ist der Tourismus, der steigende Tendenz aufweist. 2004 konnte das Bruttoinlandsprodukt um 4,8 % gesteigert werden; auf der anderen Seite lebt immer noch die Hälfte der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze.

    Das Straßennetz umfasst insgesamt rund 66 500 km, davon sind rund 9 200 km befestigt. An Schiene stehen rund 2 400 km zur Verfügung. Wichtigste Häfen des Landes sind Lüderitz und Walfischbai. Windhoek hat einen internationalen Flughafen.

    Währung ist der namibische Dollar; der südafrikanische Rand ist für den Handel jedoch bedeutender.


    Republik Namibia

    Fl namibia.jpg Wappen namibia.svg
    Republic of Namibia
    Amtssprache Englisch
    Hauptstadt Windhoek
    Staatsform Präsidiale Republik
    Fläche 824.292 km²
    Einwohner 2.030.000
    Währung Namibischer Dollar
    Zeitzone UTC +1
    KFZ-Kennzeichen NAM
    Internet-TLD .na
    Telefonvorwahl 00264


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