Intelligenz

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    Unter Intelligenz versteht man die Gesamtheit aller geistigen Begabungen zur Bewältigung der Aufgaben und Anforderungen des Lebens. Diese Gesamtheit der geistigen Fähigkeiten wird aber meist nur bezogen auf das Erkennen und Lösen praktischer oder abstrakter Probleme oder auf das Bewältigen neuer Situationen, wobei die (Sinn-)Zusammenhänge theoretisch erkannt und danach ins Praktische umgesetzt werden müssen. Im engeren Sinne versteht man unter Intelligenz vor allem das Denk- und Urteilsvermögen.

    Intelligenz hat einige Vorbedingungen, die noch nicht zu ihrem eigentlichen Wesen gehören, ohne die aber Intelligenz nicht oder nur schwer entstehen oder wirksam werden kann. Vor allem gehören dazu ein ungestörtes Gedächtnis, Auffassungsgabe, eine normale Konzentrationsfähigkeit, aber auch Kreativität.

    Nicht richtig ist es, den reinen Wissensbesitz oder etwa gar den zurückgelegten Bildungsweg mit Intelligenz zu bezeichnen. Die Quantität des angehäuften Wissens erlaubt noch keinen Rückschluss auf den Grad der Intelligenz, andererseits ist natürlich der Erwerb eines wirklich umfassenden Wissens nicht ohne Intelligenz möglich. Das schwer zu fassende eigentliche Wesen der Intelligenz liegt in der Fähigkeit, zu selbstständigen Urteilen zu gelangen, kombinatorisch zu denken, Beziehungen zu setzen, das Wesentliche einer Sache zu erfassen und abstrakte Begriffe zu bilden.

    Es liegt nach all dem auf der Hand, dass es schwierig ist, sich über den Grad der Intelligenz eines Menschen ein zuverlässiges Urteil zu bilden. Intelligenzprüfungen sollten nur mit der Materie sehr vertrauten Persönlichkeiten überlassen werden. Zur Unterstützung bei Prüfungen der quantitativen (Intelligenzquotient) und qualitativen Intelligenz wurden eine Reihe brauchbarer Testverfahren entwickelt, die die vielfältigen Aspekte der Intelligenz berücksichtigen. Wichtig ist es auch, ein Urteil über die vorliegende Richtung der Intelligenz zu gewinnen. So gibt es z.B. eine mehr technisch-praktische oder eine mehr theoretisch-abstrakte Intelligenz.

    In der Forschung bildeten sich mehrere Schwerpunkte heraus: In der Zwei-Faktoren-Theorie nach C. Spearman differenziert man zwischen einem allen Funktionen gemeinsamen allgemeinen Faktor und vielen spezifischen Faktoren. In einem weiteren Ansatz wird der Einfluss des Milieus (Umwelt) und der angeborenen Anlagen auf den Grad der Intelligenz untersucht. Die Zwillingsforschung spielt bei diesen Untersuchungen eine wichtige Rolle. Die Tendenz der jüngsten Forschungsergebnisse stellt den vorherrschenden Einfluss der Anlage gegenüber dem des Milieus wieder in den Vordergrund.

    Das Niveau der individuellen Intelligenz erreicht der Mensch mit etwa acht bis neun Jahren.