Vorsatz

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    1. im Buchwesen Kurzwort für Vorsatzblatt (Papier an der Innenseite des Deckels).
    2. im Recht auch: Dolus;

    im Strafrecht das Wissen und Wollen einer Straftat; schwerste Schuldform, auch im Zivilrecht.

    Man unterscheidet im Strafrecht hauptsächlich Absicht (dolus directus I; dem Täter kommt es gerade darauf an, den tatbestandlichen Erfolg herbeizuführen), direktem Vorsatz (dolus directus II; der Täter weiß oder sieht als sicher voraus, dass er den gesetzlichen Tatbestand verwirklicht) und Eventualvorsatz (dolus eventualis; der Täter hält den Eintritt des Tatbestandes für möglich und nimmt die Folge billigend in Kauf).

    Im Zivilrecht hat der Schuldner Vorsatz und Fahrlässigkeit zu vertreten (Verschulden), soweit nichts anderes bestimmt ist (vgl. § 276 Abs. 1 Bürgerliches Gesetzbuch). Hier kennt man den bedingten Vorsatz (dolus eventualis) und die Absicht.

    1. im Messwesen eine vor eine Einheit gesetzte Vorsilbe zur Kennzeichnung des dezimalen Vielfachen oder Teils einer Einheit mit spezifischer Abkürzung (z.B. M für Mega- = millionenfach; K für Kilo- = tausendfach; c für Zenti- = ein Hundertstel; n für Nano- = ein Milliardstel).

    Kalenderblatt - 27. Juli

    1794 Der französische Revolutionsführer Maximilien Robespierre wird gestürzt, nachdem er radikal dafür gesorgt hatte, alle Feinde der französischen Revolution der Guillotine zu übereignen. Er war als Vorsitzender des allmächtigen Wohlfahrtsausschusses für eine beispiellose Terrorgesetzgebung verantwortlich. Einen Tag nach seinem Sturz kommt er selbst unter die Guillotine.
    1894 Es kommt zum Krieg zwischen China und Japan, bei dessen Ende im April 1895 China die Unabhängigkeit Koreas anerkennen muss.
    1955 Der Österreichische Staatsvertrag tritt in Kraft, in dem Österreich von den Alliierten als "souveräner und demokratischer Staat" in den Grenzen vom 1. Januar 1938 anerkannt wird.