Taiwan

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    Geografie

    Die Insel Taiwan (offiziell: Republik China, international nicht anerkannt) liegt im westlichen Pazifik und ist durch die Formosastraße vom chinesischen Festland getrennt (Entfernung ca. 160 km). Das Land besteht aus der Hauptinsel Taiwan, den Penghu-Inseln (auch Pescadores-Inseln genannt, 127 km²), der Inseln Quemoy (150 km²) und den Matsu-Inseln (29 km²). Insgesamt umfasst das Staatsgebiet 85 Inseln und eine Fläche von 36 000 km². Die Hauptinsel Taiwan ist auch unter dem Namen Formosa (Ilha Formosa = Schöne Insel) bekannt, den ihr portugiesische Seefahrer verliehen.

    Die Insel Taiwan besteht zu drei Vierteln aus Gebirgen, der Rest stellt Tiefland da, das sich überwiegend im Westen der Insel befindet. Die Küstenebene im Westen Taiwans ist zwischen acht und 45 km breit und geht in Richtung Osten in Hügelland über. Der Osten und das Zentrum der Insel werden von drei annähernd parallel verlaufenden Gebirgszügen vulkanischen Ursprungs eingenommen, die auf Höhen bis über 3 000 m ansteigen. Zahlreiche Quertäler zergliedern die Gebirge. Im Chungyang-Gebirge, das sich im Westen an das langsam ansteigende Hügelland anschließt, befindet sich die höchste Erhebung des Landes, der Yu Shan (Jadeberg) mit einer Höhe von 3 997 m. Der Taitung-Graben trennt das Chungyang-Gebirge vom weiter östlich liegenden Haian-Gebirge (bis ca. 1 600 m). Dieses fällt in steilen Stufen zum Pazifik ab, an der Ostküste finden sich teilweise bis zu 700 m hohe Klippen. Die Hauptstadt Taipeh liegt im Norden der Insel an der Küste. In den Gebirgen entspringen eine Vielzahl von Flüssen, doch nur der 160 km lange Tanshui im Norden des Landes ist schiffbar.

    Klima

    Taiwan liegt im Übergangsbereich vom subtropischen zum tropischen Klima. Charakteristisch sind heiße Sommer und warme Winter, wobei die Temperaturen von Norden in Richtung Süden leicht ansteigen: Die durchschnittlichen Januartemperaturen in der Küstenebene betragen im Norden ca. 15 °C, im Süden etwa zwei Grad mehr. In der Hauptstadt Taipeh im Norden des Landes liegen sie ebenfalls bei 15 °C im Januar. In den Höhenlagen der Gebirge ist es entsprechend kühler, in Gebieten im Chungyang-Gebirge herrscht im Winter Dauerfrost. Im Juli liegen die Durchschnittswerte in Taipeh und im Süden des Küstenbereichs bei 28 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt im Norden bei durchschnittlich 2 200 mm, im Gebirge können die Werte deutlich höher liegen. Der Regen fällt überwiegend in den Sommermonaten. Im Süden werden Mengen um die 1 800 mm jährlich gemessen, im Winter regnet es hier kaum. Auf Taiwan können im Sommer Wirbelstürme (Taifune) auftreten.

    Flora und Fauna

    Rund 55 % der Landesfläche Taiwans sind bewaldet. Direkt an der Küste im Westen wachsen Mangrovenwälder, bis zu einer Höhe von ca. 800 m folgen Bambus-, Palmen- und Akazienwälder. In Höhenlagen zwischen ca. 1 000 und 1 800 m Höhe wachsen subtropische immergrüne Wälder z.B. mit Japanzedern und Kampferbäumen. Oberhalb von 2 000 m findet sich eine Mischwaldzone mit Buchen, Ulmen und Ahorn, die in eine Nadelwaldzone übergeht (ab ca. 2 600 m). Oberhalb von 3 000 m finden sich Gras und Polsterpflanzen.

    Obwohl Taiwan sehr dicht besiedelt ist, findet sich auf der Insel eine artenreiche Tierwelt. Für ihren Schutz wurden mehrere Nationalparks und Schutzgebiete eingerichtet. Viele der vorkommenden Tierarten sind dennoch selten geworden bzw. vom Aussterben bedroht, dazu gehören z.B. Formosa-Schwarzbär, Sikahirsch, Mikadofasan, Schopfgibbon und Felsenaffe, die nur noch in abgelegenen Regionen zu finden sind. Über 500 Vogelarten sind auf der Insel bekannt, über die Hälfte von ihnen sind Zugvögel.

    Bevölkerung

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    Taiwanesische Ureinwohner in ihrer Tracht

    Insgesamt leben rund 22,7 Millionen Menschen in Taiwan. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte liegt bei 631 Einwohnern pro Quadratkilometer, Taiwan gehört damit zu den am dichtesten besiedelten Gebieten weltweit. Das Bevölkerungswachstum beträgt derzeit etwa 0,6 % und ist im Vergleich mit anderen asiatischen Ländern relativ gering. Rund 92 % der Menschen auf Taiwan leben in Städten, die Hauptstadt Taipeh ist mit 2,62 Millionen Einwohnern die größte Stadt, gefolgt von Gaoxiong (Kaohsiung) mit ca. 1,52 Millionen, Taizhong (1,02 Millionen) und Tainan (750 000). Alle großen Städte liegen in der westlichen Küstenebene, das gebirgige Landesinnere ist kaum besiedelt.

    84 % der Bevölkerung Taiwans bezeichnen sich als Taiwanesen und sind Nachkommen chinesischer Siedler, die zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert aus Südchina auf die Insel einwanderten. Ca. 14 % der Bevölkerung sind Festlandchinesen, d.h., sie kamen nach 1945 nach Taiwan. Rund 2 % der Bevölkerung gehören zu den malaiisch-polynesischen Gaoschan, die sich in neun Hauptstämme unterteilen lassen und die als Nachfahren der Ureinwohner Taiwans gelten.

    Knapp über 40 % der Bevölkerung Taiwans bekennen sich zum Buddhismus, ca. 48 % zu den Lehren des Konfuzius bzw. des Daoismus, wobei beide Lehren oft synkretistisch praktiziert werden. Christen und Muslime bilden religiöse Minderheiten. Die Amtssprache auf Taiwan sind Chinesisch (Mandarin). Es wird auch Taiwanisch (ein chinesischer Dialekt) und als Handelssprache Englisch verwendet.

    Der Lebensstandard der taiwanesischen Bevölkerung ist im Vergleich zum asiatischen Raum hoch, das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen der Bevölkerung wird auf rund 14 020 US-Dollar geschätzt. Das Land verfügt über ein gut ausgebautes Sozial- und Gesundheitssystem, das auch in den ländlichen Gebieten greift. Die mittlere Lebenserwartung beträgt 77 Jahre. Die Analphabetenquote wird mit 4 % angegeben.

    Politisches System

    Staatschef der Republik China, so die offizielle Bezeichnung Taiwans, ist der vom Volk direkt für eine Amtszeit von vier Jahren gewählte Staatspräsident (seit 2008 Ma Ying-jeou, KMT). Er besitzt weitreichende Machtbefugnisse und ernennt den Ministerpräsidenten (seit 2006 Su Tseng-chang), der die Regierung (Exekutiv-Yuan) führt.

    Das höchste gesetzgebende Organ in Taiwan ist das Parlament, der Legislativ-Yuan. Dessen 225 Abgeordnete werden für eine Amtszeit von drei Jahren überwiegend vom Volk direkt gewählt (u. a. acht durch Übersee-Wahlkreise), der Rest (41) über die Parteien. Der Legislativ-Yuan ist für die Verabschiedung von Gesetzen zuständig und überprüft die Regierung (Exekutiv-Yuan).

    Insgesamt sind über 90 politische Parteien in Taiwan zugelassen, jedoch nur vier spielen eine Rolle: die Partei des derzeitigen Staatspräsidenten Chen Shui-bian, die Demokratische Progressive Partei (DDP), die Nationalpartei Kuomintang (KMT), die Erste Volkspartei (People First Party, PFP) und die Neue Partei (NP).

    Taiwan ist international - bis auf wenige Ausnahmen - weder als völkerrechtliche Vertretung Chinas noch als unabhängiger Staat anerkannt. Die Volksrepublik China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz und hat wiederholt mit einer Militäraktion gedroht für den Fall, dass sich Taiwan offiziell für unabhängig erklärt. De facto erfüllt Taiwan alle Kriterien, um als unabhängiger Staat gelten zu können.

    Auf der Verwaltungsebene ist das Land in 18 Bezirke (hsien), fünf Stadtbezirke (shih) und zwei Sonderzonen (chuan-shih) untergliedert.

    Wirtschaft

    Taiwan gehört heute zu den bedeutendsten Wirtschaftsnationen weltweit. Durch ausländische Investitionen (vor allem seitens den USA) und Gemeinschaftsunternehmen mit dem Ausland hat sich das Land von einem Agrar- hin zu einem modernen Industriestaat entwickelt. Taiwan verzeichnet stabile Wirtschaftswachstumsraten, die sich zeitweise im zweistelligen Bereich bewegten. Während die anderen wirtschaftsstarken asiatischen Länder durch die Finanzkrise 1997/98 erhebliche wirtschaftliche Einbußen erlitten, blieben die Auswirkungen in Taiwan gering. 2004 betrug das Wachstum aufgrund des schwachen Weltmarkts 4 %.

    Die Landwirtschaft trug Mitte der 1950er Jahre noch rund 35 % zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei, im Jahr 2003 waren es nur noch knapp 2 %. Nicht einmal ein Zehntel der Erwerbstätigen sind hier beschäftigt. Reis ist das Hauptanbauprodukt, das günstige Klima lässt teilweise bis zu drei Ernten pro Jahr zu. Weiter werden Zuckerrohr, Getreide, Gemüse, Obst und Tee angebaut. In der Viehwirtschaft dominiert die Schweine- und Geflügelzucht. Die Fischerei und Fischzucht (Tintenfisch, Thunfisch, Aal) sind für den Export von Bedeutung.

    Die Industrie trägt rund 30 % zum BIP bei. Bestimmend sind neben der Textil- und Bekleidungsindustrie die Metall verarbeitende, die chemische und die petrochemische Industrie, weiter der Fahrzeug- und Maschinenbau. Seit dem Ende der 1980er Jahre entwickelte sich Taiwan in der Computerbranche zu einem der führenden Produzenten von Hardware. Als Devisenbringer spielt der Tourismus in Taiwan eine bedeutende Rolle.

    Der intensivste Handel findet mit Festlandchina statt; da Taiwan jedoch nicht offiziell anerkannt von China abgespalten ist, gilt diese Wirtschaftsverbindung nicht als Außenhandel. Die bedeutendsten internationalen Handelspartner Taiwans beim Export und Import sind die USA (23 %) und Japan, gefolgt von den EU-Ländern. Hongkong zählte bis 1997 zu den wichtigsten Handelspartnern Taiwans, nach der Rückgabe des Territoriums an die VR China war der Handel durch die politische Lage eingeschränkt.

    Im Küstentiefland im Westen der Insel ist das Verkehrssystem sehr gut ausgebaut. An Straße stehen insgesamt rund 37 000 km zur Verfügung. Von großer Bedeutung sind die Häfen Gaoxiong (Kaohsiung) und Keelung.

    Währung ist der Neue Taiwanesische Dollar (= 10 Jiao bzw. 100 Fen).

    Insel Taiwan

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    offiziell: Republik China, international nicht anerkannt
    Amtssprache Chinesisch (Mandarin)
    Hauptstadt Taipeh
    Staatsform parlamentarische Republik
    Fläche 36.000 km²
    Einwohner 22.700.000
    Währung Neue Taiwan-Dollar
    Zeitzone UTC +8 = MEZ +7 (keine Sommerzeit)
    KFZ-Kennzeichen RC
    Internet-TLD .tw
    Telefonvorwahl 00886

    KALENDERBLATT - 9. Juli

    1807 Preußen muss in den Friedensvertrag mit Napoleon einwilligen. Preußen verliert seinen gesamten Besitz westlich der Elbe, muss die inthronisierten Brüder Napoleons anerkennen und wird zum französischen Satellitenstaat degradiert. Es muss in den Krieg gegen England eintreten und erleidet den Verlust aller polnischen Gebiete.
    1932 Durch den Vertrag von Lausanne wird die Reparationsfrage gelöst. Wegen der Weltwirtschaftskrise war Deutschland trotz Youngplans und Hoover-Moratoriums nicht in der Lage, die ihm im Versailler Vertrag auferlegten Reparationen zu leisten. Gegen die Erstattung einer Restschuld an Frankreich werden die Reparationen aufgehoben.
    1945 Österreich wird in vier Besatzungszonen aufgeteilt, die den vier Siegermächten USA, Großbritannien, UdSSR und Frankreich unterstellt werden.



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