Sigmund Riefler

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    deutscher Erfinder; * 9. August 1847, † 21. Oktober 1912

    Riefler war ein Sohn des Reißzeugfabrikanten Clemens Riefler. Er erwarb seine wissenschaftliche Vorbildung von 1865 bis 1869 an der Technischen Hochschule und der Universität München. 1876 übernahm er zusammen mit seinen beiden Brüdern das väterliche Geschäft. Durch seine epochemachenden Erfindungen verschaffte er dem Unternehmen Weltruf.

    Nachdem unter anderem 1877 das von ihm erdachte Rundzirkel-System in den Handel gebracht war, siedelte er im folgenden Jahre nach München über, um hier mit den wissenschaftlichen Instituten in Fühlung zu kommen und ihren Bedarf an feinmechanischen Geräten kennen zu lernen. Aus dieser Zusammenarbeit gingen eine Reihe grundlegender Konstruktionen auf dem Gebiete der Präzisionsuhrentechnik hervor. 1889 baute er die erste Präzisionsuhr mit freier Hemmung, die den Antrieb des Pendels ausschließlich durch Biegung der Aufhängefeder bewirkte und deren wissenschaftliche Grundlagen von Riefler bereits 1869 geschaffen worden waren. Von weiteren Arbeiten sind besonders das Quecksilberkompensationspendel aus dem Jahr 1891 und das Nickelstahlkompensationspendel von 1898 zu erwähnen, durch die eine bis dahin nicht gekannte Genauigkeit erzielt werden konnte.

    1894 erhielt Riefler die John Scott-Medaille des Franklin-Instituts, 1900 die goldene Delbrück-Denkmünze des Vereins zur Beförderung des Gewerbefleißes in Preußen, und 1897 verlieh ihm die Universität München die Würde eines Ehrendoktors.

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