Sebastian Ludwig Felix Hensel

    Aus WISSEN-digital.de

    deutscher Schriftsteller und Zeichner; * 16. Juni 1830, † 13. Januar 1898

    Sebastian Hensel verlebte seine Jugend in Berlin. Obgleich musikalisch und zeichnerisch begabt, zog es ihn zur Landwirtschaft. 1851 bezog er die Landwirtschaftsschule in Hohenheim und absolvierte sie 1852. In Königsberg hatte Hensel Julie von Adelson kennen gelernt, die seine Frau werden sollte. Er erwarb das in der Nähe von Königsberg gelegene Gut Groß-Barthen. Doch die Lage in der Pregelniederung war ungünstig, Hensels Angehörige litten unter Fieberanfällen, so entschloss sich Hensel zum Verkauf des Besitztums. Mit dem Erlös wollte er sich in Thüringen ansiedeln, aber zuvor in Berlin Station machen.

    Dort wurde ihm der Posten des Direktors der neugegründeten Markthallengesellschaft angeboten. Die Markthallengesellschaft sollte die Lebensmittelversorgung der Großstadt Berlin zentralisieren und vereinfachen. Nach Auseinandersetzungen mit den Behörden scheiterte das Objekt.

    Kurz danach wurde Hensel in die Direktion der Deutschen Baugesellschaft berufen und mit der Leitung der Berliner Hotelgesellschaft beauftragt. Deren Hauptprojekt war die Errichtung des neuen Groß-Hotels "Kaiserhof", das 1875 eröffnet wurde. Nur wenige Tage nach der Eröffnung brannte das Hotel fast völlig aus. Hensel baute es wieder auf und behielt die Direktion bis 1880. Bis 1889 leitete er die Deutsche Baugesellschaft.

    Werke (Auswahl)

    Schon während seiner Berufszeit hatte Hensel, zunächst nur für seine Angehörigen, die Geschichte der Familie Mendelssohn aufgezeichnet. 1879 erschien sie erstmals im Druck. Weitere Werke waren eine Biografie seines Lehrers und Freundes mit dem Titel "Carl Witt - ein Lehrer und Freund der Jugend" (1894) und eine "Naturgeschichte für Kinder" (1896). Für seine eigenen Kinder schrieb und zeichnete er Bildergeschichten. Seine heute noch höchst lesenswerten Lebenserinnerungen "Sebastian Hensel. Ein Lebensbild aus Deutschlands Lehrjahren" wurden nach seinem Tod von seinem Sohn Paul Hensel herausgegeben.

    Kalenderblatt - 27. Juli

    1794 Der französische Revolutionsführer Maximilien Robespierre wird gestürzt, nachdem er radikal dafür gesorgt hatte, alle Feinde der französischen Revolution der Guillotine zu übereignen. Er war als Vorsitzender des allmächtigen Wohlfahrtsausschusses für eine beispiellose Terrorgesetzgebung verantwortlich. Einen Tag nach seinem Sturz kommt er selbst unter die Guillotine.
    1894 Es kommt zum Krieg zwischen China und Japan, bei dessen Ende im April 1895 China die Unabhängigkeit Koreas anerkennen muss.
    1955 Der Österreichische Staatsvertrag tritt in Kraft, in dem Österreich von den Alliierten als "souveräner und demokratischer Staat" in den Grenzen vom 1. Januar 1938 anerkannt wird.