Reichskammergericht

    Aus WISSEN-digital.de

    1495 von Maximilian I. als oberste Gerichtsbehörde (Reichsgericht) des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation eingesetzt (von den Eidgenossen nicht anerkannt; Lösung der Schweiz vom Reich). Es ging hervor aus dem königlichen Kammergericht und wurde geleitet von einem vom Kaiser ernannten Kammerrichter.

    Sitz war zunächst Frankfurt am Main, ab 1527 Speyer, nach einem Brand seit 1693 in Wetzlar. Das Reichskammergericht war zuständig in erstinstanzlichen Sachen wie z.B. Landfriedensbruch und in Appellationssachen gegenüber Urteilen der Territorialgerichte, sofern die Streitwertgrenze (50, später 2 500 Gulden) erreicht war.

    Es galt wegen seines immensen bürokratischen Unterbaus als äußerst unflexibel und schwerfällig, verlor durch das Übermaß an unerledigten Prozessen allmählich an Bedeutung und wurde daher lange Zeit von den Historikern ignoriert.

    Beeinträchtigt wurde die Arbeit des Reichskammergerichtes auch dadurch, dass die Stände des Reiches bei allen gegen sie stattfindenden Prozessen einen Appell an den Reichstag richten konnten, die dadurch zur letzten Instanz wurde. Trotz dieser augenscheinlichen Mängel trug das Reichskammergericht in auffallendem Maße zur Wahrung der Rechtssicherheit im Reich bei.

    Erst 1970 begann die Erforschung und Auswertung der Reichskammergerichtsakten


    Drama, Drama ...

    Wissen oder nicht wissen ... das ist hier die Frage! Wie gut kennen Sie sich aus auf den Brettern, die die Welt bedeuten?
    Jetzt quizzen!


    KALENDERBLATT - 10. Dezember

    1909 Der deutsche Physiker Karl Ferdinand Braun erhält den Nobelpreis für Physik zusammen mit dem Italiener Guglielmo Marchese Marconi. Beide Forscher haben wertvolle Erkenntnisse auf dem Gebiet der drahtlosen Telegrafie gewonnen. Der deutsche Chemiker Wilhelm Ostwald erhält den Nobelpreis für Chemie für seine Arbeiten über Katalyse, chemische Gleichgewichte und Reaktionsgeschwindigkeiten.
    1934 Von Otto Neustädter-Stürmer, Bundesminister Österreichs für soziale Verwaltung, werden die Satzungen des Gewerkschaftsbunds erlassen.
    1997 Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth muss einem Entschluss des Verwaltungsgerichts Köln zufolge von der FDP rund 10,4 Millionen DM zurückfordern. Die Partei erhielt im Jahr 1996 im Rahmen der Parteienfinanzierung 12,4 Millionen DM ausgezahlt.