Machen Fitness-Uhren wirklich fit?

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    Fitnesstracker und Gesundheits-Apps erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Sogenannte Wearables wie Fitness-Uhren versprechen Unterstützung bei Sport und Bewegung. Was steckt hinter dem Hyle?

    Deutschland wird immer dicker

    Die Zahl der übergewichtigen Menschen nimmt seit Jahren zu. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung warnt: 59 Prozent der Männer und 37 Prozent der Frauen hierzulande wiegen zu viel. Besonders erschreckend ist die Entwicklung in der Altersgruppe der Berufstätigen. Denn unter ihnen ist das Übergewicht schon nicht mehr die Ausnahme, sondern bereits der Normalfall. Laut DGE hat das zwei Ursachen: Ungesunde Ernährung und mangelnde Bewegung. Doch womöglich kann digitale Technologie die Gesundheit verbessern.

    Jeden Tag 10.000 Schritte?

    Eine gängige Faustregel besagt, jeder Erwachsene solle täglich 10.000 Schritte laufen. Häufig wird diese Aussage der Weltgesundheitsorganisation zugeschrieben. Das trifft aber nicht zu. Vermutlich geht sie auf eine japanische Werbekampagne aus den 1970er Jahren zurück. Damals drängte einer der ersten automatischen Schrittzähler auf den Markt: der "Manpo-Kei" sollte die Japaner zu mehr Aktivität motivieren. Der Name Manpo-Kei bedeutet wörtlich: "10.000-Schritt-Zähler". Fakt ist: die 10.000-Schritt-Regel ist unter Medizinern umstritten.

    Trotzdem bestreitet natürlich niemand, dass regelmäßiges Laufen dem Körper gut tut. Und das Schrittzählen kann eine wirksame Motivation dazu sein. Deshalb benutzen immer mehr Menschen sogenannte „Wearables“. Das sind tragbare Messgeräte wie zum Beispiel eine Fitness-Uhr. Diese Geräte messen in der Regel nicht nur Schritte, sondern auch die Vitalwerte des Körpers. Die meisten Fitness-Uhren arbeiten mit einer Smartphone-App. Die Verwendung ist denkbar einfach: App herunterladen und persönliche Daten eingeben (wie Alter, Geschlecht und Gewicht). Das Messergebnis lässt sich dann sofort ablesen.

    Smart Watch als Arzthelfer

    Die Messung erfolgt durch mehrere Sensoren, die zusammenarbeiten: Lage- und Beschleunigungssensoren, Barometer und optische Pulsmesser. Aktuell sorgt die neue Apple Watch Series 4 für Furore unter Technik-Freaks. Denn diese Smart-Watch verfügt über ein neues Feature: einen hochsensiblen Herzsensor. Dieser Sensor erkennt selbständig, wenn die Herzfrequenz zu niedrig ist. Dann spornt das Gerät den Nutzer zu mehr Bewegung an. Dem Hersteller zufolge soll die Series 4 sogar Herzrhythmusstörungen erkennen können. Doch das ist nicht alles. In den Vereinigten Staaten leitet die Apple-Uhr ihre Messdaten auf Wunsch direkt an den Arzt weiter. In Deutschland ist das momentan noch nicht zugelassen.

    Problem: den Nutzern fehlt das Wissen

    Doch eine Fitness-Uhr allein genügt nicht, um den Körper fit zu machen. Dazu ist auch Wissen über die Gesundheit erforderlich. Einer aktuellen Studie des Institut Fresenius zufolge fehlt das aber bei vielen Nutzern von Wearables. Die meisten Befragten konnten zwar ohne Problem ihren eigenen Blutdruck nennen. Aber mit anderen wichtigen Messwerten wie Cholesterin oder Blutzucker waren sie nicht vertraut. Auch die wichtigsten Krankheitsursachen kannten sie nicht. Sie wussten also nicht mehr als die übrige Bevölkerung. Das heißt: die meisten Daten werden umsonst gesammelt. Denn die Nutzer können damit am Ende gar nichts anzufangen.

    "Eine Fitness-Uhr allein genügt nicht, um körperlich fit zu werden", sagt der Fitness-Experte Elias Hisnawi aus Berlin. Grundsätzlich sei es gut, wenn die Menschen durch moderne Technologie motiviert würden. Deshalb könne man solche Tools durchaus in eine sportlichen Lifestyle integrieren. Doch für wirkliche Trainingserfolge seien andere Faktoren entscheidend. Wer sein Übergewicht loswerden wolle, müsse die täglichen Gewohnheiten ändern. Auch eine Umstellung der Ernährung und ein professioneller Trainingsplan seien sinnvoll, betont der ausgebildete Personal Trainer.

    Doch in Zukunft wird es wohl noch viel mehr und immer genauere Geräte auf dem Markt geben. Denn die Nachfrage ist weiterhin hoch. Und einige "Biohacker" arbeiten bereits an smarten Implantaten. Die sollen direkt in den menschlichen Körper eingesetzt werden und so noch präzisere Werte messen können. Für die meisten Verbraucher dürfte das jedoch ein wenig zu weit gehen.


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