Kuba - ein Land, das mehr als Zigarren zu bieten hat

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    Mehrere Jahrzehnte lang war Kuba von der westlichen Welt zumindest teilweise abgeschottet. Doch längst hat ein Umbruch begonnen, Land und Leute schlagen langsam aber zielgerichtet neue Wege ein. Kuba möchte international nicht nur für seine Zigarren bekannt sein, sondern weitere Bereiche erklimmen.

    Herkunftsland der besten Zigarren

    Kubanische Zigarren sind weltberühmt, bei zahlreichen Genießern stehen sie an erster Stelle. Bei genauerer Betrachtung ist dies nicht überraschend, denn gleich mehrere Gründe zeigen sich für die hohe Qualität der kubanischen Zigarren verantwortlich. Zugleich ist das Spektrum dieser Gründe breiter gefächert, als gerne vermutet wird.

    Da wären zunächst die Bedingungen für den Anbau von Tabak. Sowohl Böden als auch Klima könnten aus im Hinblick an die Anforderungen, die eine Tabakpflanze stellt, nicht besser sein. Zugleich hat der Tabakanbau auf Kuba eine lange Tradition, d.h. die Pflanzen konnten sich hervorragend anpassen, was zu besten Ernteergebnissen führt und eine hohe Tabakqualität sicherstellt.

    Beste Anbaubedingungen sind jedoch nur ein Aspekt. Ebenso ist die lange Erfahrung der Tabakbauern von großer Bedeutung. Streng genommen gilt dies für die gesamte Infrastruktur, d.h. angefangen vom Anbau über die Trocknung bis hin zur Fertigung der Zigarren. Vor allem die Trocknung der geernteten Tabakblätter ist entscheidend. Sie müssen gründlich und zugleich schonend trocknen, damit ein Spitzenprodukt entstehen kann. Dasselbe gilt für die anschließende Fermentation der Blätter, die einen großen Aufwand verursacht. Fast täglich werden die Blätter neu gebündelt, um ungewünschte Feuchtigkeit fernzuhalten und damit einer Schimmelbildung vorzubeugen.

    Im Hinblick auf diese sowie viele weitere Schritte in der Zigarrenherstellung ist zu berücksichtigen, dass sich zahlreiche Arbeitsstunden anhäufen. Auch hier weiß Kuba mit vergleichsweise niedrigen Lohnkosten zu überzeugen, was für den Käufer von Zigarren in Übersee nicht unbedeutsam ist. So mancher Genießer mag die Zigarren zwar als teuer bezeichnen, doch streng genommen sind sie vergleichsweise günstig.

    Ein Land im Wandel

    Unter der Herrschaft von Fidel Castro war Kuba sozialistisch geprägt. Zwar hat sich dies noch nicht grundlegend verändert, aber das Land öffnet sich. Dies betrifft nicht nur die Politik, sondern auch die Wirtschaft.

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    So hat Kuba dabei geholfen, die Einreisemöglichkeiten für US-Bürger zu lockern. Hieran wird ersichtlich, wo das Land künftig wachsen möchte, nämlich im Feld des Tourismus. Diejenigen, die schon einmal Urlaub in Kuba gemacht haben, dürfte dies nicht überraschen. Wer typischen Standurlaub bei einem angenehmen Klima machen will, findet erstklassige Bedingungen vor. Aus Sicht von Badeurlaubern könnte die Situation derzeit kaum besser sein. Kuba weiß seine Besucher mit herrlich weißen Sandstränden zu beeindrucken, die zum Verweilen einladen.

    Aus kultureller Sicht könnte die Situation kaum besser sein. Der Sozialismus hat das Land lange Zeit enorm gebremst, was in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens immer noch gut sichtbar ist. Ein Paradebeispiel ist die Architektur, Besucher fühlen sich schnell um viele Jahrzehnte in die Vergangenheit zurückversetzt. Entsprechend gibt es für kulturell Interessierte viel zu entdecken - und das in einem Land, das für Reisende als besonders sicher gilt.

    Allerdings musste der Tourismus auf Kuba bereits Rückschläge in Kauf nehmen. Unwetter, die in einigen Regionen schwere Schäden hervorgerufen haben, sorgten 2018 für einen Rückgang an Touristen. Sofern der heimischen Wirtschaft ein rascher Wiederaufbau gelingt, könnte dies jedoch schnell vergessen sein.

    Kuba hat noch einen langen Weg vor sich

    Trotz dieser bislang positiven Entwicklung dürfen Außenstehende nicht zu viel erwarten. Einen großen und vor allem schnellen Umbruch hat Kuba bislang nicht erfahren. Zugleich sieht es auch nicht danach aus, als ob er in absehbarer Zeit kommen wird. Dafür ist die gegenwärtige Regierung zu vorsichtig. Deutlich wird dies auch an ihrer Angst vor den neuen Medien. Die schnelle und unkontrollierte Verbreitung von Informationen ist ihr ein Dorn im Auge.

    Allerdings ist gut zu erkennen, dass die Regierung dies nur bedingt verhindern kann. Denn auch wenn von den Fahrzeugen, die auf kubanischen Straßen unterwegs sind, eine historische Anmutung ausgeht, sind Internet und Smartphones allgegenwärtig. Entsprechend gibt es kein Zurück mehr und insbesondere die junge Generation, die mit solchen Technologien aufwächst, will sich die Informationsfreiheit nicht nehmen lassen.

    Ebenso ist fraglich, ob Handelsbarrieren, welcher US-Präsident Donald Trump dem Land auferlegt hat, für lange Zeit wirken. Sollte die Präsidentschaft von Trump bald enden, könnte sich der Handel womöglich schon wieder erholen und damit der Wirtschaft Kubas einen neuen Schub verpassen.


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