Katholische Kirche

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    (griechisch: katholen "das Ganze umfassend", "allgemein")

    auch: römisch-katholische Kirche, römische Kirche;

    nach katholischer Lehre die unsichtbare, übernatürliche Gemeinschaft der Gottverbundenen und im engeren Sinne die sichtbare Gemeinschaft der getauften Gläubigen "unter Leitung der gesetzmäßigen Hirten und besonders des einen Stellvertreters Christi auf Erden, des Papstes": der Name katholisch erstmals bei Ignatius von Antiochien (Anfang 2. Jh.); die von Jesus Christus gestiftete, von Petrus und seinen Nachfolgern, den Päpsten, geleitete sichtbare Anstalt, die alle Menschen zum ewigen Heil führen soll. Die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche setzt die Taufe voraus. Die in der katholischen Kirche Organisierten unterscheiden sich in Laien und hierarchisch gegliederten Klerus. Die katholische Kirche verkündet unfehlbar die in der Heiligen Schrift und der Tradition enthaltenen Glaubens- und Sittenlehren, wendet den Gläubigen die Sakramente zu und feiert mit ihnen den Gottesdienst (Messe). Marien- und Heiligenverehrung. Die katholische Kirche zählte im Jahr 2003 26 Millionen Mitglieder in Deutschland.


    Geschichte

    Entfaltung schon im 1. Jh. in fast allen römischen Provinzen, Lehrverkündigung erleichtert durch die Weltsprache Griechisch (Koine, Sprache des Neuen Testaments); schon früh Bewusstsein, Weltreligion zu sein; im 2./3. Jh. Hervortreten in die Öffentlichkeit, Verkündung eines neuen Menschheitsideals, Kampf um Selbstbehauptung als antiheidnische religiöse Kraft im Römerimperium, beginnende Märtyrerzeit (Christentum, Christenverfolgungen); in der Auseinandersetzung mit Heidentum und Sekten Festigung der Lehre und Organisation (Zusammenschluss der Gemeinden, Ausbildung der Hierarchie), Anfänge des römischen Primats, Entfaltung eines lateinischen theologischen Schrifttums neben einem griechischen entsprechend der nationalen Verschiedenheit in Ost und West; Grundlegung zentraler Dogmen; im 4. Jh. letzte systematische Christenverfolgungen; durch Befreiung unter Kaiser Konstantin rasche Verbreitung unter Ausnutzung der Kulturkräfte des Römischen Reiches; zugleich beginnende Vertiefung des Differenzierungsprozesses gegenüber der griechischen Kirche, vor allem seit der Gründung Konstantinopels (330), des "Neuen Roms"; gegenüber dem Vorranganspruch der griechischen Kirche (größere Mitgliederzahl, Wirksamkeit der ersten Männer- und Nonnenklöster im Osten, Ausbau des Patriarchats Konstantinopel) nachdrückliche Betonung des römischen Primats. In der Folge Vertiefung der eigenen theologischen Gedankenwelt durch die lateinischen Kirchenväter und -lehrer (besonders Augustinus); Anfänge des abendländischen Mönchtums, Ausbildung von Sonderformen (gegenüber Ostrom) des kirchlichen Lebens; erfolgreiche Missionierung schon vor dem Untergang des römischen Imperiums in den Außenprovinzen des Westens (Gallien, Spanien, Britannien), zunehmende Katholisierung auch bei den Völkern der Völkerwanderung (Westgoten, Burgunder, Franken); entscheidend die Bekehrung der Franken zum römisch-katholischen Glauben (Chlodwig); Überleitung des römischen Christentums aus der antiken griechisch-römischen in die mittelalterliche germanisch-romanische Welt (Abendländische Kirche).

    Das Papsttum, seit den Wirren der Völkerwanderung höchste anerkannte Ordnungsmacht, fühlte sich als Träger der Tradition auch des weltlichen Imperiums Rom im Sinne eines christlich-staatlichen Universalismus (in diesem Sinne Vergabe der römischen Kaiserkrone an Karl den Großen  800); gleichzeitig aber zunehmende Entfremdung der griechischen (oströmischen) Kirche und des von ihr missionierten Slawenvolkes Osteuropas bis zur endgültigen Trennung 1054 (Humbert von Moyenmoutier).

    Die Einbeziehung der römischen Kirche in die Gesellschaftsordnung des universalen weltlichen Reiches des Mittelalters führte zu wechselseitiger Befruchtung, zugleich zu jahrhundertelangen Spannungen (Eingriffe der weltlichen Macht in kirchliche Hoheitsrechte, Ansprüche der Päpste über das rein Kirchliche hinaus auf die Führung in der universalen christlichen Welt): trotzdem und trotz mehrmals wiederkehrender Verfallserscheinungen reiches innerkirchliches Leben (Ordensgründungen, Blüte christlicher Wissenschaft und Kunst, Predigt und Unterrichtswesen, Liturgie, Missionsarbeit in West-, Nord- und Osteuropa und im Fernen Osten - um 1350 Erzbistum Peking -; gegen Zerfall und Missstände Reformbewegungen). Mit dem Niedergang der beiden universalen Mächte des Mittelalers und der sozialen und kulturellen Umschichtung Bestrebungen zur Nationalisierung und Demokratisierung der Kirche, zunehmender Ruf nach Reformen "an Haupt und Gliedern", Verzögern der Reformen führte zur Bildung neuer, von der römisch-katholischen Kirche unabhängigen Kirchengemeinschaften (Reformation), deren Bekämpfung und Wiedergewinnung durch die Gegenreformation und Restauration (innerkirchliche Erneuerung in Fortsetzung früherer Reformbewegungen) vergeblich versucht wurde. Das Ende der Einheit der abendländischen christlichen Kirche war besiegelt. Innerhalb der katholischen Kirche in der Folge zunehmender Abbau der rein weltlichen Positionen der Kirche (Ende der geistlichen Fürstentümer, des Kirchenstaates); Erneuerung der theologischen Wissenschaft, Ausbau der Glaubenslehre durch neue Dogmen, Beseitigung von Missbräuchen, Erschließung neuer großer Missionsgebiete durch die alten und neugegründeten Orden, Verstärkung der Laienarbeit im kirchlichen Bereich. Wiedergewinnung des Ansehens des Papsttums innerhalb und außerhalb der Kirche.


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    1953 Der Bundestag billigt die deutsch-alliierten Verträge, die später Deutschlandvertrag genannt werden. In ihnen wird das Ende des Besatzungsstatus und die Wiedererlangung der Souveränität geregelt.
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