Jugendbewegung

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    neoromantische Bewegung bürgerlicher Jugend, um die Jahrhundertwende im deutschsprachigen Raum gebildet; Ideen: Unterstützung zeitgenössischer Kulturkritik (Nietzsche), Ablehnung der Industriegesellschaft, Anhänger dörflicher Kultur, des romantischen Vagantentums, des einfachen Lebens und des radikalen Individualismus.

    Organisierte Anfänge: 1896/97 gymnasiale Wandergruppen in Steglitz (Berlin), ab 1901 als "Wandervogel" ("Österreichischer Wandervogel" 1911), 1908 "Deutsche Akademische Freischar" (gegen völkische Schwärmerei), 1913 Freideutsche Jugend auf dem Hohen Meißner (gegen studentische Korporationen).

    Arbeiterjugendbewegung: 1908 "Zentralstelle für die arbeitende Jugend Deutschlands" (Zusammenschluss süddeutscher und norddeutscher Verbände), 1918 kommunistische "Freie Sozialistische Jugend" (Abk.: FSJ; ab 1920 Umbenennung in "Kommunistische Jugend Deutschlands" und ab 1925 "Kommunistischer Jugendverband Deutschlands"); 1922 sozialdemokratische "Sozialistische Arbeiterjugend". Seit 1923 bündische Jugend, bestehend aus völkischer Jugend, christlichen Gruppen und politisch und konfessionell unabhängigen Bünden. Während des Nationalsozialismus war nur die Hitlerjugend zugelassen. Nach 1945 Wiederbegründung vieler Verbände.

    Arbeiterjugendverbände in der Bundesrepublik Deutschland: "Sozialistische Jugend Deutschland - Die Falken", "Naturfreundejugend", "Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend" ("SDAJ"); in der ehemaligen DDR: "Freie Deutsche Jugend (FDJ)".

    Heute unter dem Namen "Jugendbewegung" tätige Zusammenschlüsse von (z.T. bündischen) Jugendorganisationen verfolgen zumeist andere Ziele; Mitglieder sind Wandervogel-Gruppen, Pfadfinderbünde u.a.

    Die historischen Dokumente werden im "Archiv der deutschen Jugendbewegung" auf Burg Ludwigstein gesammelt.

    Kalenderblatt - 23. April

    1980 Im so genannten zweiten Kohle-Strom-Vertrag verpflichten sich die deutschen Stromversorger zur Abnahme der heimischen Steinkohle. Ziel der Vereinbarung ist neben dem Verzicht auf überflüssige Importe die Sicherung von 100 000 Arbeitsplätzen.
    1990 Karl-Marx-Stadt erhält wieder den Namen Chemnitz. Anlass dazu gab eine Bürgerbefragung, bei der 76 % der Einwohner dafür stimmten.
    1998 Internationale Fluggesellschaften dürfen künftig Nordkorea überfliegen.