Johann Michael Moscherosch

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    deutscher Schriftsteller; * 5. März 1601 in Willstätt bei Kehl, † 4. April 1669 in Worms

    alias: Philander von Sittewald;

    stammte aus einer aragonischen Adelsfamilie, die unter Kaiser Karl V. nach Deutschland eingewandert war. Nach Abschluss seines Studiums in Straßburg begab sich Moscherosch auf Reisen und blieb längere Zeit in Paris. Von 1636 bis 1642 war er Amtmann in Finstingen an der Saar, von wo er nach völliger Ausplünderung Zuflucht in Straßburg suchen musste. Hier bekleidete er mehrere Jahre die Stelle eines Fiskals der Stadt. 1645 wurde Moscherosch unter dem Namen "der Träumende" in die Fruchtbringende Gesellschaft aufgenommen.

    Sein Hauptwerk ist die Zeitsatire "Wunderliche und warhafftige Gesichte Philanders von Sittewald". Nach dem Vorbild der Suenos des Spaniers Quevedo schildert er in Form von vierzehn allegorisch-satirischen Traumbildern die schwierigen Zeitverhältnisse. Besonders in der zweiten Hälfte entrollte, er selbst erlebte Bilder des Dreißigjährigen Krieges.

    Moscheroschs 1643 erschienene pädagogische Schrift "Insomnis cura parentum" ist die erste bedeutende dieser Art in deutscher Sprache.