Erfurt

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    Hauptstadt des Bundeslandes Thüringen; an der Gera gelegen; ca. 202 000 Einwohner.

    Spätgotischer Dom (1349 bis 1372 erbaut), Universität von 1378 bis 1816 Hochburg des Humanismus; Gartenbau, elektronische Industrie.

    Geschichte

    Bistum 741 durch Bonifatius gegründet (ohne Bestand); unter Karl dem Großen wichtiger deutsch-slawischer Handelsplatz, in loser Abhängigkeit von Kurmainz; 1181 Reichstag unter Friedrich I. (Unterwerfung Heinrichs des Löwen); im 15. Jh. eine der größten deutschen Städte mit ausgedehnten Lehensbesitzungen und blühendem Fernhandel, Mitglied der Hanse; 1483 erneuerte der Mainzer Erzbischof vertraglich seine Hoheitsrechte über die Stadt, die ihrerseits einen Schutzvertrag mit Sachsen schloss; 1660 bis 1664 in Reichsacht und durch französische Truppen wieder zur Unterwerfung unter Kurmainz gezwungen; 1803 zu Preußen, 1806 französisch; 1808 Erfurter Fürstentag mit Napoleon I., Zar Alexander I. und den Fürsten des Rheinbundes: Napoleon überließ Russland die Donaufürstentümer und Finnland, sicherte sich Spanien, sagte die Räumung Polens und Deutschlands zu, erreichte nicht die Abrüstung Österreichs; 1815 endgültig preußisch; 1945 zu Thüringen.