Der Vollbart feiert sein Comeback

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    Vor wenigen Jahren hätte kaum jemand gedacht, dass Bärte je wieder angesagt sein könnten. Heute können sich vor allem junge Männer für die Gesichtsbehaarung begeistern, es ist ein regelrechter Trend entstanden. Zugleich wird der Bart gehegt und gepflegt, damit er zur Gesamterscheinung passt.

    Trendwende: Bärte sind angesagt

    Tatsächlich war der Bart – ob Oberlippenbart oder Vollbart – lange Zeit alles andere als angesagt. Weder Männer noch Frauen konnten sich für ihn begeistern. Besonders während der 1990er Jahre wurde ein entsprechendes Schönheitsideal vermittelt. Ob im Film oder der Werbung, der moderne Mann musste sehr gepflegt erscheinen und ein Bart wollte zu diesem Image einfach nicht passen.

    Nur wenige Männer haben sich anders entschieden und trotzdem Bart getragen. Gemäß dem Klischee vor allem solche, die eher am Rande der Zivilisation leben bzw. nicht jeden Modetrend mitmachen und z.B. ihren Lebensunterhalt mit schwerer körperlicher Arbeit bestreiten. Nicht umsonst werden Vollbärte gelegentlich als Holzfällerbärte bezeichnet.

    Heute ist die Situation eine vollkommen andere. Die Hipster-Bewegung hat zu einer Trendwende geführt, der Bart ist angesagter denn je. Allerdings bezieht sich dies vorrangig auf den Vollbart – der Oberlippenbart führt weiterhin ein Nischendasein. Doch der Bart alleine ist längst nicht alles, vielmehr ist er Bestandteil eines bestimmten Looks. Dieser wird von klassischer Herrenmode geprägt, vollkommen abseits von jeglichem Glamour. Die Modewelt sollte schnell passende Models finden. Innerhalb kürzester Zeit haben sich Bartträger, wie Ben Dahlhaus, Carlos Costa oder Patrick Petitjean in der Szene einen Namen gemacht.

    Pflege der Gesichtsbehaarung muss sein

    Die Werbebotschaft in den 1990er Jahren war klar und deutlich. Der moderne Mann darf die Körperpflege nicht vernachlässigen. Diese Message ist dem heutigen Bartträger in Erinnerung geblieben, d.h. auch der Bart will gehegt und gepflegt werden. Der Hipster scheut weder Kosten noch Mühen, um seine Gesichtsbehaarung in Szene zu setzen.

    Die Industrie hat schnell reagiert, innerhalb kürzester Zeit sind unzählige Produkte rund um die Bartpflege in den Handel gekommen. Hierzu zählen beispielsweise spezielle Öle und Wachse. Sie sollen die Barthaare pflegen und in Form bringen. Einige Präparate versprechen sogar zusätzlichen Glanz und können der Gesichtsbehaarung einen Duft verleihen. Weitere detaillierte Informationen rund um die Bartpflege gibt es Babista zum Nachlesen.

    Im klassischen Handel sind Pflegeprodukte für den Bart jedoch nicht immer ganz so leicht zu finden. Vor allem die großen Hersteller haben den Trend verpasst, die beliebtesten Produkte stammen von kleineren Marken. Der Verkauf erfolgt überwiegend online, d.h. direkt über die Hersteller oder spezialisierte Shops.

    Der moderne Mann geht zum Barbier

    Die Pflege, d.h. Wäsche und Behandlung mit Pflegeprodukten, übernimmt der moderne Bartträger selbst. Den Schnitt überlässt er jedoch häufig dem Fachmann. Allerdings geht er, sofern die Möglichkeit besteht, nicht zum Friseur, sondern zum Barbier. Während der Friseur sich Damenfrisuren widmet, verpasst der Barbier ausschließlich Männern einen Haarschnitt und kümmert sich außerdem um den Bart.

    Lange Zeit hatte es den Anschein, als ob der Barbier einer ausgestorbenen Berufsgattung angehört – zumindest in der westlichen Welt. Doch mit dem Trend zum Vollbart ist der Barbier zurückgekommen. In immer mehr Großstädten eröffnen Barbier-Salons und finden dort großen Anklang. Das Konzept ist simpel: Angeboten werden ausschließlich klassische Haarschnitte und die Bartpflege ist Bestandteil des Programms. In so manchem Salon werden Kunden sogar mit alkoholischen Getränken bewirtet, teilweise darf außerdem geraucht werden.

    Die Möglichkeiten in Sachen Haarschnitt sind häufig eingeschränkt, da klassische Schnitte im Vordergrund stehen. Hierzu zählt insbesondere der Faconschnitt, der kurze Haare im Nacken und an den Seiten vorsieht, während das Deckhaar länger wird. Männer die solch eine Frisur aufgrund ihres dünnen Haares nicht tragen können, entscheiden sich häufig für die Glatze. Auch sie ist mittlerweile sehr modern, wobei es aber gerade dann wichtig ist, den Bart fein auf die Gesichtsform abzustimmen und ihn beispielsweise nicht zu breit werden zu lassen.

    Eine Sache hat sich mit dem Trend im Vergleich zu früheren Zeiten jedoch geändert. Während der Großvater für die tägliche Rasur beim Barbier nur kleines Geld bezahlte, kostet das moderne Frisuren- und Bart-Treatment deutlich mehr. Zugleich ist die Nachfrage groß, viele Barbiere arbeiten nur noch mit Terminvergabe und nicht selten sind sie für die nächsten Wochen ausgebucht.

    Ausblick - bleibt der Vollbart angesagt?

    Mode- und Style-Experten beschäftigen sich längst mit der Frage, ob der Trend zum Vollbart seinen Zenit überschritten hat oder noch längere Zeit anhält. Allerdings ist diese Frage schwer zu beantworten, da zahlreiche Einflussgrößen existieren. Mittlerweile steht außer Frage, dass es den Hipstern gelungen ist, den Bart wieder salonfähig zu machen. Auch viele andere Männer können sich mittlerweile für den Vollbart begeistern, sodass er in den kommenden Jahren oder sogar für noch längere Zeit angesagt oder zumindest akzeptabel bleibt.

    Ein Blick auf Social-Media Profile der ursprünglichen Trendsetter zeigt hingegen einen gewissen Trendwechsel. So manches Model, das dank des Trends zum Vollbart den Durchbruch erlangt hat, trägt heute schon wieder einen etwas anderen Look. Einige haben ihre Gesichtsbehaarung verringert und tragen nur noch Oberlippenbart. Dafür ist wiederum das Haupthaar länger geworden, es könnte also sein, dass damit bereits der nächste Trend in den Startlöchern steht.


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