Strauße

    Aus WISSEN-digital.de

    (Struthiones)

    Verbreitungsgebiet

    Strauß

    Das Verbreitungsgebiet der Strauße bedeckte früher fast ganz Afrika und den Mittleren Osten; heute kommen sie nur noch in Teilen Ost- und Westafrikas vor, außerdem werden sie in Südafrika in Straußenfarmen gezüchtet. Sie bevorzugen steppenartige Gebiete wie Savannen und Halbwüsten als Lebensraum.

    Körperbau

    Die einzige Straußenart Struthio camelus ist auch die größte lebende Vogelart. Die männlichen Exemplare werden bis zu drei Meter hoch und 150 Kilogramm schwer. Der Kopf und der längste Teil des Halses wirken nackt, weil diese Körperteile nur mit kurzen, haarartig verkümmerten Federn bedeckt sind. Die Schwingen und Steuerfedern dieses Laufvogels sind zu Schmuckfedern umgewandelt. Die Beine des Straußes sind extrem lang und stark. Das Tier kann damit Schritte von 3,5 Meter Länge machen und eine halbe Stunde lang rennen, ohne Anzeichen von Ermüdung zu zeigen. Strauße bringen es angeblich auf eine Spitzenleistung von rund 70 Kilometer pro Stunde (Mensch: 30 Stundenkilometer).

    Strauß

    Strauße sind außerdem in der Lage - falls sie einen kurzen Anlauf nehmen können - mehr als 1,50 Meter hoch zu springen. Die Geschlechter der Straußenvögel kann man anhand der Farbe der Beine auseinanderhalten: Der Lauf des Hahns ist mit roten Hornschildern bedeckt, der der Henne mit schwarzen.

    Ernährung und Lebensweise

    Strauße sind Allesfresser; sie ernähren sich von kleinen Tieren wie Kriechtieren, Insekten und kleinen Nagetieren ebenso wie von Pflanzen und Wurzeln.

    Dass der Strauß den Kopf in den Sand steckt und glaubt, dann nicht gesehen zu werden, gehört ins Reich der Sagen. Strauße führen ein hochkompliziertes Gemeinschaftsleben. In der regenlosen Zeit, auf Wanderungen zu verborgenen Wasserstellen und an ergiebigen Weidestellen schließen sich diese Laufvögel oft zu Verbänden zusammen, die bis zu 600 Köpfe zählen. In diesen Großherden bleiben kleinere Schwärme unterscheidbar.

    Strauß

    Verbindungen zwischen zwei Straußengemeinschaften werden geknüpft, indem sich die Tiere einander in Demutsstellung nähern, das heißt mit tief gehaltenem Kopf und Schwanz. Innerhalb dieser Straußenverbände bahnen sich die Ein- oder auch Vielehen an.

    Die häufigste Art des Zusammenlebens ist die der Polygamie, bei der ein Hahn mit einer Haupthenne und zwei Nebenhennen lebt. Die Haupthenne duldet ihre Nebenbuhlerinnen - aber nur so lange, bis diese ihre Eier in das gemeinsame Nest gelegt haben, dann vertreibt sie die Rivalinnen.

    Fortpflanzung

    Der Straußenhahn hat bei der Fortpflanzung mehr Aufgaben, als nur die Eier zu befruchten. An einer sandigen Stelle scharrt er eine Mulde und bewacht dieses Nest schon vor der Ablage des ersten Eis. Schließlich lässt er sich darin nieder, die Henne legt ihm die Eier vor die Brust, und er rollt sie mithilfe seines Schnabels und Halses unter seinen Körper. Je nach Alter der Henne ist ein solches Ei 127 mal 103 Millimeter bis 160 mal 130 Millimeter groß und 775 bis 1 618 Gramm schwer. Ein Straußenei entspricht also etwa 25 bis 30 Hühnereiern. Die Schale ist - wie Porzellangeschirr - fast 2 Millimeter dick.

    Straußeneier sollen wie Hühnereier schmecken; es dauert zwei Stunden, bis sie hart gekocht sind.

    Es ist vornehmlich das Straußenmännchen, das diese Rieseneier ausbrütet: Der Hahn sitzt vom späten Nachmittag bis zum frühen Vormittag über den Eiern; das Weibchen löst ihn in der Regel nur in den heißen Tagesstunden ab. Nach 42 Tagen der Brut schlüpfen die kleinen Strauße aus. Sie wachsen jeden Tag um einen Zentimeter; nach sechs Monaten haben sie bereits ihre volle Höhe erreicht. Möglicherweise werden Strauße bis zu 70 Jahre alt.

    Systematik

    Eigene Unterordnung der Laufvögel (Struthioniformes) mit nur einer Familie (Struthionidae) und einer Art.



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