Polynesier
Aus WISSEN-digital.de
Bevölkerung Polynesiens einschließlich der Maori.
Die Polynesier waren schon vor Jahrhunderten glänzende Seefahrer und konnten deshalb mit ihren Doppelrumpfbooten weite Gebiete Ozeaniens besiedeln. Sie gelangten sogar bis zur Osterinsel. Die Bewohner der Fidschiinseln sind kulturell stark durch die Polynesier beeinflusst worden. Die Sprachen der Polynesier sind trotz der großen Entfernungen zwischen den Inseln erstaunlich einheitlich.
Man vermutet, dass Polynesien vor 3 000 Jahren vom asiatischen Festland aus besiedelt wurde. Thor Heyerdahls durch die Fahrt der Kon-Tiki spektakulär veranschaulichte These einer Besiedlung von Südamerika aus gilt als eher unwahrscheinlich.
Die Polynesier leben hauptsächlich vom Anbau von Früchten und Wurzeln, Fischfang und Schweinezucht. Durch Tätowierungen wird der soziale Status einer Person veranschaulicht. Jeder hat innerhalb der gesellschaftlichen Ordnung klar definierte Aufgaben und Rollen zu erfüllen. Die Familien sind patriarchalisch organisiert. Die traditionelle polynesische Gesellschaftsordnung ist die der Aristokratie. Auf den einzelnen Inseln Polynesiens bildeten sich im Lauf der Zeit immer wieder einzelne Staaten aus, die untereinander Krieg führten oder Bündnisse schlossen.
Wichtig war bei den Polynesiern der Ahnenkult. Sie hatten außerdem eine polytheistische Religion mit Haupt- und Nebengottheiten. Es gab zwar Priester, sie genossen aber nur in seltenen Fällen eine ausgeprägte Machtstellung. Von besonderer Bedeutung waren die so genannten Tabus (Verbote), die vor Unheil schützen sollten.
Durch die Kolonialpolitik der Europäer im 19. und beginnenden 20. Jh. und den wachsenden Tourismus in der zweiten Hälfte des 20. Jh.s kam es zu einschneidenden Änderungen der polynesischen Lebensweise, wie sie etwa am Beispiel von Hawaii besonders ausgeprägt zu beobachten sind. Die traditionellen Bräuche werden nur zur Unterhaltung der Touristen aufrechterhalten, und die meisten Polynesier auf Hawaii verdienen ihren Lebensunterhalt im Tourismussektor.
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