Lawine und Erdbeben - Verschüttete lebend finden

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    Die Überlebenszeiten von Verschütteten sind je nach Art der Naturkatastrophe verschieden. Am kürzesten, nämlich nur wenige Minuten ist die Überlebenszeit von Lawinenopfern, während Erdbebenverschüttete im günstigsten Fall sogar drei und mehr Tage überleben können. Da stellt sich die Frage nach modernen Hilfsmitteln, um verschüttete Menschen noch lebend zu finden.

    Lawinen-Verschüttete lebend finden

    Skitourengeher wissen um die Gefahren von Lawinen und erkundigen sich genau, welche Gebiete auf ihrer Route lawinengefährdet sind. Für sie gibt es zahlreiche vorbeugende Helfer wie Airbag-Rucksäcke, die bei einem Lawinenabgang die Skifahrer oben halten oder Bojen, die an einer Leine aufgehen und die Position des Verschütteten angeben sowie Lawinenverschütteten-Suchgeräte (LVS), welche die Position des Verschütteten mit einem Piepston anzeigen. Schwierig mit diesem System wird es, wenn mehrere Tourengeher verschüttet sind, denn die Signale überlagern sich bei den Suchgeräten leicht.

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    Bis vor Kurzem waren Hunde auf einem Lawinenfeld die besten Helfer der Bergretter, sie finden Menschen mit ihrem Geruchssinn. Der Geruch des Menschen sagt aber nichts darüber aus, ob das Lawinenopfer noch am Leben ist. So ist es nie auszuschließen, dass der Hund eine Leiche findet und wertvolle Minuten verstreichen, in denen ein weiteres Lawinenopfer vielleicht stirbt. Die Überlebenschance von Lawinen-Verschütteten sinkt nämlich schon nach 15 min dramatisch. Der Schnee ist hart und fest wie Beton. Der Brustkorb wird vom Schnee zusammengedrückt, es gibt kaum Luft zum Atmen, das Opfer kann meist nicht einmal einen Finger rühren. So sterben noch immer viele Lawinenopfer, obwohl sie im Durchschnitt nur 70 cm tief im Schnee liegen.

    Der "Lebensdetektor" erhöht die Überlebenschancen von Verschütteten Bis vor kurzer Zeit gab es keine Systeme, die Retter darüber informieren, ob ein georteter Verschütteter noch am Leben ist. Der Bioradar oder "Rescue rRdar" ist ein Gerät, das auf Lebenszeichen reagiert und schließt damit Lücke in der Rettungskette, die es ermöglicht, zuverlässig zuerst die noch Lebenden zu bergen.

    Das Gerät erfasst dabei selbst kleinste Bewegungen, also auch Lebensregungen aller Art wie den Herzschlag und die Atemtätigkeit. Dazu funktioniert der Lebensdetektor selbst durch mehrere Meter dicke Betonwände, Sand- und Geröllschichten sowie Schnee hindurch. Das Gerät ist in einer Art Rucksack tragbar und kann daher auch in unwegsamem Gelände verwendet werden, wie es besonders bei Erdbebenkatastrophen vorkommt (Quelle: meder-commtech.de).

    Zuerst lebende Erdbeben-Verschüttete finden

    Zwar ist die Überlebensdauer bei Erdbeben-Verschütteten größer als bei Lawinenopfern, doch kann selbst ein nur leichter verletzter Mensch ohne Wasser nur wenige Tage überleben. Auch hier werden bisher vor allem Hunde zur Suche von Überlebenden eingesetzt. Dazu wird mit akustischen Ortungsgeräten überprüft, ob Klopfzeichen oder Ähnliches zu hören sind. Doch auch bei Erdbeben- oder Erdrutschkatastrophen gilt: Hunde reagieren auf Geruch, nicht auf Lebenszeichen. Dazu sind nicht alle noch lebenden Verschütteten in der Lage, sich mit Klopfzeichen oder durch Rufen bemerkbar zu machen. Dazu kommt die Spürnase der Hunde bei größeren Entfernungen und viel Mauerwerk oder dicken Betonbrocken an ihre Grenzen.

    Das Lebenszeichenradar ist speziell für den Einsatz in Katastrophengebieten konzipiert und blitzschnell einsatzbereit. Der leichte Transport in einer wie Rucksack gestalteten Trageeinrichtung und die einfache Handhabung ermöglicht es, lebende verschütteten Personen in Lawinen, Erdrutschgebieten und Trümmerfeldern nach Explosionen oder Erdbeben schnell und sicher auf Entfernungen von bis zu 30 m zu orten. Einsatzerfolge hatte ein Bioradar-Suchgerät 2015 bei der Verschüttetensuche nach einem Erdrutsch durch den Einsturz einer Baudeponie im chinesischen Shenzhen. Dort gelang es noch 67 Stunden nach dem Unglück einen Überlebenden zu finden und zu retten.



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