Anglikanische Kirche

    Aus WISSEN-digital.de

    (englisch: Church of England)

    die protestantische Staatskirche Englands, auch Hoch- oder Episkopal-(Bischofs-)Kirche genannt. Sie ist unter anderem in Irland, Südafrika und den USA (insgesamt in 164 Ländern mit über 73 Millionen Mitgliedern) vertreten. In Verfassung und Ritus der katholischen, im Bekenntnis der calvinistisch-reformerischen Auffassung angenähert.

    Grundlage der Lehre ist das Common Prayer Book: Rechfertigung durch den Glauben allein; nur zwei Sakramente (Taufe und Abendmahl); keine Bilder- und Reliquienverehrung. Geistlichenehe ist zulässig. Oberster Kirchenherr ist der König; Primas ist der Erzbischof von Canterbury.

    Die Versammlung aller anglikanischen Bischöfe sind die Lambeth-Konferenzen, erstmals 1867 abgehalten und heute in ungefähr zehnjährigem Rhythmus stattfindend (zuletzt 1998 in Canterbury). Sie sind ein wichtiges Gremium für die Diskussion zu zentralen Glaubensfragen; die Beschlüsse sind zwar nicht rechtlich bindend, besitzen aber als moralische Richtlinien einen hohen Stellenwert. Die Kirche umfasst verschiedene Richtungen: die Hochkirchliche Partei mit katholischer Ausgestaltung des Gottesdienstes (High Church); die Niederkirchliche Partei (Low Church), ein werktätiges Christentum anstrebend; und die Breitkirchliche Partei (Broad Church) mit freierer Glaubenslehre auf der Basis kritischer Bibelforschung. 1994 erstmalig Ordination von Frauen zum Priesteramt.

    Geschichte

    Sie entstand 1534, als sich Heinrich VIII. wegen seines Ehescheidungsskandals vom Papsttum lossagte, sich selbst zum Oberhaupt der Landeskirche machte und ihr mit Zustimmung des Parlaments eine neue Verfassung gab (Suprematsakte). Alle Klöster und Abteien wurden aufgehoben, ihr Besitz fiel an die Krone. 1549 wurde durch das "Book of Common Prayer" (Gebetbuch) der Kultus neu geregelt. Nach vorübergehender Wiederherstellung der katholischen Kirche durch Königin Maria die Katholische wurde 1559 unter Königin Elisabeth I. die Anglikanische Kirche neu errichtet und das Glaubensbekenntnis in den 39 anglikanischen Artikeln festgesetzt. Die Anglikanische Kirche bewahrt in Verfassung und Kult wesentliche katholische Züge, doch darf sie in ihrer Gesamtheit nicht mit der anglokatholischen Hochkirche gleichgesetzt werden. Ihre staatlich reglementierte Gründung führte dazu, dass die Puritaner die religiöse Reformation in England seit dem Ende des 16. Jh. nachholten. 1643 beseitigte Oliver Cromwell die Anglikanische Kirche und führte die Presbyterialverfassung ein. Wiederherstellung der Anglikanischen Kirche 1662 durch König Karl II. Stuart.



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