AIDS

Aus WISSEN-digital.de

Abk. für: englisch: acquired immune deficiency syndrome,

"erworbenes Immundefektsyndrom",

Inhaltsverzeichnis

Pathologie

Eine Computergrafik des Aids-Virus

Ursache der Krankheit ist eine Infektion mit dem Human immune deficiency Virus (HIV). Es gibt zwei Arten von Viren: HIV-1 und HIV-2, wobei letztere überwiegend in Afrika und Asien vorkommt. Der Virus befällt eine bestimmte Untergruppe der T-Lymphozyten, die Helferzellen, die für den Kontakt mit den anderen Abwehrzellen zuständig sind, und Nervenzellen. Beide Zellarten besitzen einen bestimmten Rezeptor auf der Zellmembran (CD4), den der Virus als Schloss benutzt, in das er als Schlüssel passt und so durch die Zellmembran gelangen kann.

Übertragung

Die Ansteckung erfolgt über erregerhaltige Flüssigkeiten (Blut, Samenflüssigkeit, Scheidensekret), die durch kleinste Haut- und Schleimhautverletzungen in den Körper gelangen. Trotz des Virusnachweises selbst im Speichel und der Muttermilch infizierter Personen ist bisher nur die sexuelle Übertragung und die Übertragung durch Injektionen (z.B. Nadeltausch bei Drogenmissbrauch) oder Transfusion (Therapie mit Blut oder Blutprodukten) von erregerhaltigen Flüssigkeiten gesichert.

Seit Einführung des HIV-AK-Tests von Blut(produkten) (1985) ist die Ansteckung über die Bluttransfusion selten. Ein hohes Risiko besteht jedoch bei häufigem Wechsel des Sexualpartners und bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr.

Symptome

Man unterscheidet grundsätzlich ein HIV-positives Stadium von AIDS, dem so genannten Vollbild.

HIV-positives Stadium

a) ohne Symptome: Eine HIV-Erkrankung kann bei etwa 40 % der Betroffenen wenige Wochen bis zwei Jahre nach der Infektion mit allen Symptomen eines grippalen Infektes auftreten. Danach verschwinden die Symptome wieder und der Betroffene hat keine Beschwerden mehr.

Man unterteilt dieses asymptomatische Stadium der HIV-Erkrankung nach der Anzahl der T-Helferzellen in drei Stadien: A1 (mehr als 500 T-Helferzellen/ml Blut), A2 (200-499 T-Helferzellen/ml Blut) und A3 (weniger als 200 T-Helferzellen/ml Blut)

b) mit Symptomen: Hierbei handelt es sich um ein Vorstadium von AIDS, das sozusagen als Zwischenstadium auf das vorgenannte folgt. Die Patienten leiden unter

- Fieber, höher als 38,5° C für mehr als einen Monat;

- Durchfällen für länger als einen Monat;

- Pilzbefall von Mund, Rachen, Vulva und Vagina;

- Gürtelrose an mehr als einer Körperstelle;

- weißlichen, haarigen Schleimhautveränderungen im Mund (Leukoplakie);

- Listeriose.

Auch dieses symptomatische Stadium der HIV-Erkrankung unterteilt man nach der Anzahl der T-Helferzellen in drei Stadien: B1 (mehr als 500 T-Helferzellen/ml Blut), B2 (200-499 T-Helferzellen/ml Blut) und B3 (weniger als 200 T-Helferzellen/ml Blut)

AIDS

Die eigentliche Krankheit oder das "Vollbild" tritt nach einem individuell unterschiedlichen Zeitraum nach der Infektion auf. Inzwischen kann diese Phase durch Medikamente weiter verlängert werden.

Die AIDS-Krankheit macht sich bemerkbar durch:

- starken Gewichtsverlust;

- eine starke Einbuße der Gehirnfunktion bei Befall des Nervensystems;

- opportunistische Infektionen mit Parasiten, Bakterien, Pilzen, Viren und Protozoen;

- bösartige Erkrankungen wie das Kaposi-Sarkom oder bösartige Lymphome.

Auch das Vollbild von AIDS unterteilt man nach der Anzahl der T-Helferzellen in drei Stadien: C1 (mehr als 500 T-Helferzellen/ml Blut), C2 (200-499 T-Helferzellen/ml Blut) und C3 (weniger als 200 T-Helferzellen/ml Blut).

Diagnose

Der Screening-Test, der in Deutschland kostenfrei und auf Wunsch anonym durchgeführt wird, kann mit einer Zuverlässigkeit von 96 % Antikörper gegen den Virus nachweisen; in den restlichen 4 % ist der Test fälschlicherweise positiv. Ein negativer Test ist dagegen mit hunderprozentiger Wahrscheinlichkeit richtig. Bei einem positiven Ergebnis wird daher immer ein Bestätigungstest durchgeführt, der teurer und zuverlässiger ist. Erst, wenn auch dieser Test positiv ist, ist eine Infektion bewiesen.

Heute kann man auch die Anzahl der Viren im Blut bestimmen, sie werden als Kopien/ml Blut angegeben und sind wichtig in der Kontrolle der Therapie.

Geschichte und Ausbreitung

Aids wurde erstmals 1981 in den USA beobachtet und als Krankheit erkannt. Zunächst waren überwiegend Homosexuelle, Drogenabhängige (Übertragung durch Spritzentausch) und Patienten mit Hämophilie betroffen.

Nach Schätzungen von UNAIDS (Hilfsprogramm der Vereinten Nationen) waren Ende 2005 weltweit fast 40 Millionen Menschen HIV-positiv; drei Millionen Menschen starben 2005 an der Krankheit. Es wird befürchtet, dass sich die Krankheit unter anderem im südlichen Afrika weiterhin rapide ausbreiten wird. Neue, schnell wachsende Epidemien sind in Osteuropa sowie Asien zu beobachten. In manchen Ländern ist durch die hohe Rate der Erkrankten das Risiko des sozialen und wirtschaftlichen Zusammenbruchs sehr hoch.


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