Österreich (Kunst)

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    Allgemeines

    Vor Errichtung des österreichischen Kaisertums (1804) enge Verknüpfung österreichischer, schweizerischer und deutscher Kunst.

    Enge Beziehungen zu Spanien, Italien, den slawischen und Donauländern führten zum spezifischen Einschmelzen fremder kultureller Einflüsse wie z.B. im "österreichischen Barock" (Repräsentationsstil habsburgischer Kaiser), einer Synthese italienischen Hochbarocks mit französischer Klassik (J.B. Fischer von Erlach: Wiener Hofburg, Schönbrunn, Karlskirche; J.L. von Hildebrandt: unteres und oberes Belvedere in Wien, Prinz Eugens Sommerpalast, Palais Schwarzenberg und andere) mit Einfluss auf die deutsche Architektur.

    österreichische Kunst im 19. Jahrhundert

    Im 19. Jahrhundert manifestiert die 6 km lange Ringstraße (Planung L.C. von Förster) in Wien einen repräsentativ-historischen Stil (Neurenaissance). Daneben stehen englische Einflüsse (Neugotik) in der Architektur des J.H. Freiherrn von Ferstel (Votivkirche in Wien, 1856-76) und des F. Freiherrn von Schmidt (Wiener Rathaus, 1872-83). In den Bauten G. Sempers (Burgtheater, 1874-88, zusammen mit C. Freiherrn von Hasenauer) finden sich stilistische Elemente der Neuromanik und -renaissance.

    L. von Schwanthaler und K. von Zumbusch sind Bildhauer dieser Zeit. Bedeutender jedoch in der österreichischen Kunst ist die bürgerliche Malerei des 19. Jh.s, beeinflusst durch Wiener Vormärz, Naturalismus und französischen Impressionismus. Künstler: J.A. Koch (Klassizist), der Nazarener J. Ritter von Führich, der romantische Maler M. von Schwind, der Genremaler A. von Pettenhofen, die Landschaftsmaler E.J. Schindler, K. Ribarz, C. Schuch, A. Romako und andere. Bedeutender Maler des Wiener Biedermeier: F.G. Waldmüller. Seit 1870 wirkte die neubarocke Malerei H. Makarts auf Mode, Wohnkultur und Kunstgewerbe.

    österreichische Kunst im 20. Jahrhundert

    Um 1900 entwickelte sich Wien zu einem europäischen Zentrum der Jugendstil- und frühfunktionalistischen Architektur und Malerei. Bedeutende Baumeister (Wiener Jugendstil und Secession): O. Wagner (Wiener Stadtbahn), J.M. Olbrich, J. Hoffmann. A. Loos (Haus am Michaelerplatz u.a.) und Leopold Bauer stehen für moderne funktionalistische Bauweise, während K. Ehn (Karl-Marx-Hof, Wien, 1927-30) und C. Holzmeister für expressionistischen Baustil stehen.

    Bedeutende Architekten der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg sind R. Rainer, H. Hollein, G. Peichl und auch C. Holzmeister. Die Malerei in der österreichischen Kunst wird nach 1900 (Jugendstil, Wiener Secession) repräsentiert von Künstlern wie G. Klimt, E. Schiele, R. Gerstl, A. Kubin (auch bedeutende Zeichner) und O. Kokoschka, der den Zugang österreichischer Malerei zur modernen europäischen Kunst öffnete und Weltgeltung erlangte.

    Nach 1945 wirkten A.P. Gütersloh, H. Boeckl, J. Dobrowski auf die österreichische (Wiener) Kunstszene. Seit den 60er Jahren gehörten zur Wiener Schule des fantastischen Realismus E. Bauer, E. Fuchs, W. Hutter, A. Lehmden, R. Hausner, die dem surrealistischen Stil verpflichtet waren (wie auch A. Rainer).

    Der bekannte österreichische Maler F. Hundertwasser dagegen arbeitet im Stil zeitgenössischer abstrakter Kunst. Für den abstrakten Expressionismus stehen J. Mikl, W. Hollegha, M. Prachensky. P. Pongratz und F. Ringel malen Themen aus der Welt des Irrsinns; C.L. Attersee und C. Stenvert wurden mit Op-Art bekannt. Die moderne österreichische Plastik wird im Werk von A. Hrdlicka (auch umfangreiches grafisches Werk), F. Wotruba, J. Avramides, R. Hoflehner deutlich.



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