Seevölker

    Aus WISSEN-digital.de

    Als Seevölker bezeichnet man eine Gruppe von Völkern, die in der Bronzezeit, um die Mitte des zweiten Jahrtausends v.Chr. wahrscheinlich vom Donauraum aus loszogen (Urnenfelderkultur) und auf dem Landweg über den Balkan, die Dardanellen und Kleinasien eine Völkerwanderung auslösten, die sich in Richtung auf das Nildelta zubewegte. In einer zweiten Wanderflut zogen die Völker über See in den östlichen Mittelmeerraum und bedrängten Ägypten.

    Es handelte sich um keine plötzliche Überflutung, sondern allmähliche Fortbewegung; erste Erwähnung in den Texten von Armana. Die Seevölker erscheinen in den frühen Quellen unter den Namen Danuna (Danaer), Peleset (Palästinenser), Luka (Lukier), Aquaiwascha (Archäer),Turscha (Tyrsener: Etrusker), Schardana (Sardinier), Schekelesch (Sizilier) und anderen, was auf die Teilnahme einiger der unterwegs (zu Land oder zur See) erfassten Völker hinweist.

    Die Völkerwelle brachte den gesamten Vorderen Orient und den Mittelmeerraum in Unruhe.

    Unter Ramses II. waren Scharen der Seevölker in Syrien Hilfstruppen der sich bekämpfenden Ägypter und Hethiter, die mit Ramses Frieden schlossen, um sich weiterer von Norden nachdrängender Seevölkerscharen zu erwehren, ihnen aber unterlagen (Ende des Hethiterreiches).

    Die Seevölker verwüsteten Syrien und Palästina und stießen bis Ägypten vor, wo sie von dem Sohn Ramses' II. (1290 bis 1223), Pharao Merenphtah (1223 bis 1204) im Nildelta geschlagen und zurückgetrieben wurden.

    Eine zweite Angriffswelle erreichte, unterstützt von libyschen Völkern, das Nildelta zur See und zu Lande unter Ramses III. (etwa 1188 bis 1157 v.Chr.), der ihrer ebenfalls im Nildelta Herr wurde. Von seinem Sieg berichten Wand- und Mauergemälde in seinem Tempel zu Medinet Habu auf dem Westufer des Nils bei Theben.

    Die Abwehrkämpfe erschöpften lange Zeit die Wirtschaftskraft Ägyptens. Ein Teil der Angreifer wurde in Ägypten angesiedelt, andere Teile drangen vermutlich in die Sahara vor und vertrieben die Vorbewohner der Westsahara nach Süden.



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