Variation (Musik)

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    Veränderung oder Neugestaltung eines musikalischen Themas unter Beibehaltung eines oder mehrerer Charakteristika der Ausgangsgestalt.

    Neben verschiedenen Variationstechniken in der spätmittelalterlichen isorhythmischen Motette, in der Tenormesse des 15. und 16. Jahrhunderts und bei den zur selben Zeit üblichen verzierten Transkriptionen von Madrigalen und Arien setzt die im heutigen Sinn verstandene Variation oder Variationenfolge zu Beginn des 17. Jahrhunderts in der Tanzmusik ein. Hierbei wird die Grundform eines Tanzes durch Hinzufügen von Verzierungen oder durch Umrhythmisierung (beispielsweise aus einem Zweier- in einen Dreiertakt) variiert (Suite, G. Frescobaldi, J.J. Froberger). In der geistlichen Musik entstehen in Mittel- und Norddeutschland Choralvariationen für Orgel (D. Buxtehude). Musikalische Satzmodelle über gleichbleibenden Bassformeln wie Chaconne und Passacaglia gehorchen im weiteren Sinn ebenfalls dem Prinzip der musikalischen Variation (H.I.F. Biber, Passacaglia für Violine solo aus den "Rosenkranz-" oder "Mysteriensonaten"; J.S. Bach, Chaconne aus der Partita für Violine solo Nr. 2 d-Moll, BWV 1004.

    Große, zyklische Variationenwerke, in denen einem in der Grundform aufgestellten Thema eine meist große Anzahl Variationen folgt, entstanden seit J.S. Bach ("Goldberg-Variationen", BWV 988). Weitere Variationswerke komponierten A. Vivaldi ("La folia"-Variationen in den Triosonaten, op. 1), Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, A. Salieri ("La folia di Spagna", Orchestervar.), Ludwig van Beethoven ("Diabelli-Variationen", op. 120).

    Zunehmend integrierten Komponisten ab Mozart dramaturgische Konzepte wie Entwicklungsgedanken, versteckte Sonatensatzformen usw. in die Variationenfolgen. Wichtige Variationen schrieben im 19. Jahrhundert F. Schubert, F. Mendelssohn Bartholdy, R. Schumann ("ABEGG-Variationen") und P.I. Tschaikowsky ("Variationen über ein Rokoko-Thema" für Violoncello und Orchester). J. Brahms gilt als der Hauptvertreter der "entwickelnden Variation" ("Haydn-Variationen" B-Dur, op. 56 für Klavier vierhändig oder als Orchesterfassung, op. 56a u.a.). Techniken der Variation bilden einen der Ausgangspunkte für die von A. Schönberg, A. Berg und A. Webern entwickelte Zwölftontechnik. Dem Variationsprinzip verpflichtet sind Schönbergs "Variationen für Orchester", op. 31 sowie das Violinkonzert ("Dem Andenken eines Engels") und Teile der Oper "Wozzeck" von Berg.

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