Theodor Fontane

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    deutscher Schriftsteller; * 30. Dezember 1819 in Neuruppin, † 20. September 1898 in Berlin

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    Fontane, Porträt[Thodor Fontane; Porträt von 1894]

    Kurzbiografie

    Väterlicherseits stammte Fontane von hugenottischen Refugiés ab. Er erhielt nach dem Besuch des Gymnasiums und der Gewerbeschule in Neuruppin zunächst eine Ausbildung in der väterlichen Apotheke. Nach Absolvierung des Militärjahrs (1844) und nach Ablegung des Pharmazeutenexamens nahm er eine Stellung als Provisor in der Jung'schen Apotheke in Berlin an. Dort wurde er Mitglied des literarischen Vereins "Tunnel über der Spree". Im März 1848 stand er auf den Barrikaden am Königstädtischen Theater. Bald darauf wurde er Mitarbeiter der "Berliner Zeitungshalle". Seit 1849 war er ausschließlich als Schriftsteller tätig. 1851 erschienen seine "Gedichte und Balladen". Mehrfache Aufenthalte als Korrespondent in England folgten; seit 1859 war er mit Widerstreben Redakteur an der konservativen "Kreuzzeitung". 1870 geriet Fontane als Kriegsberichterstatter in französische Gefangenschaft, wurde aber auf Bismarcks Forderung hin freigelassen. Seit 1877 war er als "Th. F." Theaterkritiker an der "Vossischen Zeitung".

    Literarische Leistung

    Bekannt geworden ist er als Verfasser von Gedichten und Kriegserinnerungen, vor allem jedoch als der bedeutendste Chronist der Mark in seinen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg". Theodor Fontane verfasste neben seinen Balladen (z.B. "Die Brücke am Tay", "John Maynard") vor allem Romane und Novellen, die er in den späteren Jahren seines Lebens schrieb. Sie gehören zum Besten der deutschen Prosa. In dem historischen Roman "Vor dem Sturm" (1878) und der Novelle "Schach von Wuthenow" wird die Zeit der Befreiungskriege in Preußen behandelt. Im Roman "Effi Briest" (1895) schildert Fontane das Schicksal einer Frau in einer unerfüllten Ehe, die einen Seitensprung begeht und Jahre später, nach dessen Entdeckung, der sozialen Ächtung anheim fällt. Das Scheitern seiner "Helden" wird zur Anklage gegen die rigiden Normen der Gesellschaft. Fontanes letzter Roman "Der Stechlin" (1899) zeichnet, bei fast vollständigem Fehlen einer äußeren Handlung, ein vielschichtiges Bild der Gesellschaft des Wilhelminischen Kaiserreiches.

    Werke: "L'Adultera" (1882), "Irrungen, Wirrungen" (1888), "Frau Jenny Treibel" (1893) u.a.

    Audio-Material
    Datei:Fontane.mp3 Theodor Fontane, Schach von Wuthenow (1882)

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