Oscar

    Aus WISSEN-digital.de

    Allgemeines

    Spitzname für den Academy Award der amerikanischen "Academy of Motion Picture Arts and Sciences" (Akademie für Filmkunst und Filmwissenschaften), der für die besten Einzelerfolge im Filmgeschäft vergeben wird. Der begehrte Filmpreis wurde von der 1927 in Hollywood gegründeten Akademie gestiftet, um künstlerisch anspruchsvolle und innovative Filme als Gegenpart zu den zunehmend rein kommerziellen Produktionen zu fördern.

    Die Trophäe

    Verliehen wird eine vergoldete Statuette (circa 35 cm hoch und 4 kg schwer) in Form eines Kriegers, der ein Schwert hält. Entworfen wurde die Figur von Artdirector Cedric Gibbons. Das Design hat sich seit den 1940er Jahren nicht mehr verändert. Jährlich werden etwa 50 Statuetten hergestellt, die strengen Qualitätsprüfungen unterliegen. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Oscars aus Plastik vergeben, die von den Gewinnern jedoch später in goldüberzogene Statuen umgetauscht werden konnten.

    Der Spitzname stammt einem Gerücht zufolge aus dem Mund von Margaret Herrick, einem Mitglied der Akademie, die fand, die Figur ähnele ihrem Onkel Oscar. Ein zufällig daneben stehender Journalist verwandte daraufhin den Namen erstmals in seiner Kolumne über Katharine Hepburns Oscar 1934.

    Die Akademie

    Die Akademie hat über 6 000 Mitglieder aus 13 Branchen wie beispielsweise Schauspieler, Regisseure, Produzenten, Musiker und Autoren sowie aus den Bereichen PR, Kurzfilm und Ton. Neben der Vergabe der Oscars fördert die Akademie innovative Filmmethoden und -ausstattungen, erstellt aktuelle Listen von Schauspielern, Drehbuchautoren sowie Regisseuren und betreibt ein eigenes Archiv. Sie erwarb 1946 ein eigenes Gebäude in Beverly Hills und zog 1975 an den Wilshire Boulevard in Beverly Hills um.

    Die Verleihung

    Jährlich im Frühjahr erfolgt in Hollywood die Verleihung des Oscars. Dabei werden zunächst je fünf Spielfilme pro Kategorie von Mitgliedern der Akademie, die selbst aus diesem Bereich der Filmbranche stammen, nominiert. Voraussetzung für die Nominierung ist, dass der Film innerhalb der letzten zwölf Monate in einem Kino in Los Angeles zu sehen war. Die Gewinner werden schließlich von allen Mitgliedern in geheimer Abstimmung gewählt.

    Zum ersten Mal wurden die "Oscars" am 16. Mai 1929 in Hollywood für das Jahr 1928 verliehen. Die Veranstaltung fand anfangs als Bankett in Hotels, seit 1942 in wechselnden Theatern statt und wurde am 19. März 1949 zum ersten Mal im Fernsehen übertragen. Die Ergebnisse werden seit 1940 noch am selben Abend in der Presse veröffentlicht. Teilnehmer erscheinen nur auf Einladung, es gibt keine öffentlich verkauften Eintrittskarten.

    Von 15 Kategorien im ersten Jahr wurde im zweiten zunächst auf sieben reduziert, seitdem kamen jedoch immer mehr hinzu (1934 gab es gleich drei neue Kategorien: Film Editing, Music Scoring, Best Song). Inzwischen werden 24 Oscars vergeben. Der wichtigste Preis für den Film als Gesamtwerk geht in der Kategorie "Bester Film" an den Produzenten. Die weiteren Kategorien sind: beste(r) Hauptdarsteller, Hauptdarstellerin, männliche und weibliche Nebenrolle, Regisseur, Originaldrehbuch, adaptiertes Drehbuch (Buchvorlage), Filmschnitt, Kameraführung, Ausstattung, Kostüme, Ton, Toneffekte, Filmsong, Filmmusik (getrennt für die Sparten Drama und Komödie), Make-up und Spezialeffekte. Des Weiteren werden prämiert der beste fremdsprachige Film, Dokumentarfilm, Kurzdokumentation, Kurztrickfilm sowie der beste Kurzfilm eines Live-Mitschnitts. Außerdem gibt es einen Honory Award (Ehren-Oscar) für das Lebenswerk eines Künstlers.

    Preisträger

    Walt Disney ist mit 64 Nominierungen und 26 Gewinnen der absolute Rekordhalter. Unter den Schauspielern haben Katharine Hepburn und Meryl Streep bisher mit je zwölf die meisten Nominierungen erhalten. Hepburn gewann ihn schließlich viermal als Beste Hauptdarstellerin. Dreimal wurde die Annahme des Oscars schon verweigert.

    Erst drei deutsche Regisseure konnten den Oscar für den besten fremdsprachigen bzw. nicht-englischsprachigen Film mit nach Hause bringen: Volker Schlöndorff (für "Die Blechtrommel", 1980), Caroline Link (für "Nirgendwo in Afrika, 2003) und Florian Henckel von Donnersmarck (für "Das Leben der Anderen", 2007). Erfolgreicher waren die deutschen Kurzfilmer und Techniker wie z. B. Ernst Lubitsch (Ehren-Oscar für seinen Beitrag zur Filmkunst, 1947), Rolf Zehetbauer (für die Ausstattung des Musical-Films "Cabaret", 1972), Hans Zimmer (für die Filmmusik zu "Der König der Löwen, 1995) und Florian Gallenberger (für "Quiero Ser" als bester Kurzfilm, 2001).

    Resonanz

    Das große öffentliche Interesse, das die Oscar-Verleihung schon seit ihren Anfängen auf sich zieht, sorgt für einen enormen Einfluss auf den kommerziellen Erfolg der prämierten Produktionen. Dies wird verstärkt durch die Tendenz der Preisrichter, die Awards an Filme der großen Hollywoodstudios zu verleihen, deren Kassenerfolg bereits abzusehen ist. Daher rührt auch die starke Kritik, die immer wieder an den Entscheidungen geübt wird: Statt im ursprünglichen Sinne der Stiftung künstlerisch wertvolle oder innovative Werke zu prämieren, wird oft mittelmäßigen, aber kommerziell erfolgsträchtigen Filmen der begehrte Preis zuteil.


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