Marcel Duchamp

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    französischer Maler, Objekt- und Konzeptkünstler; * 28. Juli 1887 in Blainville, † 2. Oktober 1968 in Neuilly-sur-Seine

    Vorläufer des Dadaismus; studierte 1904/05 Malerei an der Académie Julien, Paris. Er lernte 1911 Picabia kennen und erregte 1913 auf der Armory Show in New York Aufsehen mit seinem Bild "Nu descendant un escalier" ("Akt, eine Treppe herabsteigend", 1912), der Fixierung von Bewegungsabläufen in einer Simultan-Darstellung (heute Philadelphia Museum of Art). Seit 1913 entstanden die Readymades (z.B. "Fahrrad Rad", 1913; "Flaschenständer", 1914; "Brunnen", 1917), in denen er Gebrauchsgüter zu Kunstwerken erklärte und damit die traditionelle Kunstauffassung radikal in Frage stellte.

    1915 ging Duchamp nach New York, wo er mit Picabia und Man Ray zusammentraf. Die reine Malerei gab er in der Folgezeit ganz auf und beschäftigte sich mit kunsttheoretischen Fragen, mit technischen Zeichnungen, Herstellung von Apparaten, Teilnahme an Filmen und Kunstausstellungen und mit Schachspielen. Seine Erkenntnisse wollte er in einem Hauptwerk aus Draht, Glas und Farbe realisieren, an dem er acht Jahre arbeitete; er ließ es unvollendet mit dem Titel "La Mariée mise à nu par ses célibataires, même" ("Die Neuvermählte wird von ihren Junggesellen entkleidet", auch: "Das große Glas", 1915-23, heute Philadelphia Museum of Art).

    Duchamp wirkte höchst anregend auf viele spätere Künstler vor allem des Neuen Realismus, der Kinetik und der Konzeptkunst, die sich auf ihn berufen. Seine Schriften sind zusammengefasst in "Marchand du Sel" (1958).