Manfred Stolpe

    Aus WISSEN-digital.de

    deutscher Politiker; * 16. Mai 1936 in Stettin (heute: Szczecin in Polen)

    Der Jurist Stolpe übernahm 1969 das Sekretariat des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR und stieg 1982 zum Konsistorialpräsidenten in Berlin-Brandenburg auf. Als planende, gestaltende und oft auch treibende Kraft der Evangelischen Kirche in der DDR bemühte er sich, ein offenes, kritisches und gesprächsbereites Verhältnis zum Honecker-Regime zu praktizieren. Im Jahr der Wende 1989 war es dann nicht zuletzt die Evangelische Kirche der DDR, die unter wesentlicher Mitwirkung Stolpes Bürgerrechtlern, Ausreisewilligen und Friedensgruppen Unterschlupf gewährte und jene Freiräume schuf, ohne die der Umsturz vom Herbst 1989 kaum möglich gewesen wäre. Seit Juni 1990 Mitglied der SPD, wurde Stolpe nach den Landtagswahlen am 14. Oktober 1990 von der Mehrheit einer so genannten Ampel-Koalition (SPD, Bündnis 90, FDP) zum ersten demokratisch gewählten Ministerpräsidenten Brandenburgs gewählt. Die schon im Wahlkampf aufkommende und sich lange hinziehende Debatte über Stolpes ehemalige Kontakte zu Staat, Partei und Stasi konnten seiner Popularität in Brandenburg als Politiker und Sachwalter ostdeutscher Interessen jedoch nichts anhaben. Vorwürfe der Zusammenarbeit mit dem Staatssicherheitsdienst der DDR wurden 1999 wegen mangelnder Beweislast fallen gelassen.

    Bei den Landtagswahlen vom 11. September 1994 konnte die SPD die Wahl mit 54,1 % der Stimmen klar gewinnen und Stolpe mit absoluter Mehrheit in seinem Amt des Ministerpräsidenten bestätigen. Seit den massiven Verlusten seiner Partei bei den Wahlen 1999 regierte Stolpe als Ministerpräsident einer Koalition mit der CDU. Im Juni 2002 legte er überraschend sein Amt nieder - nach eigenen Angaben, um einen Generationswechsel im höchsten Regierungsamt des Landes zu vollziehen.

    Im Oktober 2002 wurde er von Bundeskanzler Gerhard Schröder als Minister für Bauwesen, Verkehr und Aufbau Ost ins Bundeskabinett berufen; er behielt diesen Posten bis Oktober 2005. 2006 wurde ihm der Verdienstorden des Landes Brandenburg ("Roter-Adler-Orden") verliehen.

    Er veröffentlichte unter anderem folgende Bücher: "Den Menschen Hoffnung geben" (1991), "Schwieriger Aufbruch" (1992).

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