Indogermanische Sprachen

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    auch: indoeuropäische Sprachen;

    Bezeichnung für alle Sprachen, die sich aus dem wissenschaftlich rekonstruierten Indogermanischen entwickelt haben; darunter fallen unter anderem alle Abarten und Weiterentwicklungen des Indischen, Griechischen, Keltischen, Germanischen und Slawischen.

    Von der Forschung angenommen wird eine Aufspaltung der (rekonstruierten) urindogermanischen Sprache um 1800 v.Chr. in 2 Hauptdialektgruppen: die westlichen Wald- oder Bauernvölkerdialekte und die östlichen Steppen-oder Hirtenvölkerdialekte (nach der Beibehaltung oder Erweichung von "r" zu "s" auch als Kentumsprachen bzw. Satemsprachen bezeichnet, nach lateinisch "centum" [kentum] und altpersisch "satem" = hundert).

    Zu den lebenden indogermanischen Sprachen gehören die Reste der keltischen Sprachen mit Irisch, Gälisch (Schottland), Kymrisch (Wales), Bretonisch (Bretagne); das Italische mit Latein und den daraus sich entwickelnden romanischen Sprachen; das Germanische mit Englisch, Friesisch, Niederländisch, Deutsch, Isländisch, Norwegisch, Dänisch, Schwedisch; das Baltische mit Litauisch und Lettisch; das Slawische mit Polnisch, Bulgarisch, Serbokroatisch, Tschechisch, Wendisch, Weißrussisch, Ukrainisch, Russisch; die iranische Sprache mit Kurdisch, Ossetisch, Persisch, Belutschi (Belutschistan), Afghanisch und den Pamir-Dialekten; die indischen Sprachen. Ausgestorben sind unter anderem Umbrisch, Oskisch, Venetisch, Gotisch, Illyrisch, Thrakisch, Phrygisch, Hethitisch, Tocharisch.