Günter Grass

    Aus WISSEN-digital.de

    deutscher Schriftsteller, Grafiker und Bildhauer; * 16. Oktober 1927 in Danzig, † 13. April 2015 in Lübeck

    Kurzbiografie

    Günter Grass kam in Danzig als Sohn deutsch-polnischer Eltern zur Welt. Als Kind war er bei der Hitlerjugend bzw. dem Deutschen Jungvolk, 1944 wurde er Soldat. Nach dem Zweiten Weltkrieg schlug er sich zunächst als Bergmann und Jazzmusiker durch und durchlief eine Steinmetz- und Bildhauerlehre. Ab 1948 war er an der Düsseldorfer Kunstakademie und später Schüler des Bildhauers Karl Hartung in West-Berlin.

    Politisch engagierte er sich für die SPD in den 1960er Jahren im Wahlkampf und erneut im Wahlkampf 1998, der die Wende zu Rot-Grün brachte - jedoch nicht ohne auch Kritik an der Partei zu üben. Grass' Geständnis, als 17-Jähriger Soldat bei der Waffen-SS gewesen zu sein, löste im Sommer 2006 eine Debatte über seine Rolle als moralische Instanz im Nachkriegsdeutschland aus.

    Bedeutung

    Seit der "Blechtrommel" zählte Grass neben Martin Walser, Heinrich Böll und Uwe Johnson zu den bekanntesten und bedeutendsten Schriftstellern der Bundesrepublik Deutschland. Er gehörte mit seinen Romanen, Gedichten und Theaterstücken zu den kritischsten und provokantesten Kommentatoren der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung im Nachkriegsdeutschland. Grass war einer der führenden Vertreter der Gruppe 47, der er mit seiner Erzählung "Das Treffen in Telgte" (1979) ein literarisches Denkmal setzte. 1965 wurde er mit dem Georg-Büchner-Preis augezeichnet. Sein literarisches Gesamtwerk wurde 1999 mit dem Nobelpreis für Literatur gewürdigt.

    Das literarische Werk

    1955 gewann Grass den Hauptpreis bei einem Lyriker-Wettbewerb des Süddeutschen Rundfunks. "Die Vorzüge der Windhühner" hieß sein erster Lyrikband. 1959 erschien der Roman "Die Blechtrommel", der zum Welterfolg wurde (verfilmt 1978 von Volker Schlöndorff). Es folgten der Gedichtband "Gleisdreieck" und die Novelle "Katz und Maus". Die Romane "Die Blechtrommel" (1959) und "Hundejahre" (1963) sowie die Novelle "Katz und Maus" (1961) fasste Grass zur so genannten "Danziger Trilogie" zusammen. 1977 erschien der umfangreiche gesellschaftskritische Roman "Der Butt", 1985 folgte "Die Rättin". Sein Roman "Ein weites Feld" (1995) setzt sich mit der deutschen Wiedervereinigung auseinander und wurde zwiespältig aufgenommen. 1997 erschien "Fundsachen für Nichtleser", 2000 "Mein Jahrhundert". Die Novelle "Im Krebsgang" (2002) hat die Versenkung des deutschen Flüchtlingsschiffs "Wilhelm Gustloff" 1945 zum Thema. In dem autobiografischen Buch "Beim Häuten der Zwiebel" (2006) schilderte Grass seine Jugend in Danzig, den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und die Zeit bis zum Erscheinen seines Romans "Die Blechtrommel".

    Grass verfasste mehrere dramatische Arbeiten: "Die bösen Köche" war das erste abendfüllende Stück. Wichtig ist auch das Theaterstück "Die Plebejer proben den Aufstand" (1966).

    Von seinen Lyrikbänden wären etwa zu nennen: "Wie ich mich sehe" (1980) und "Mit Sophie in die Pilze gegangen" (1987). Grass schrieb außerdem zahlreiche Aufsätze und politische Essays. Viele seiner Bücher versah er mit eigenen Zeichnungen.

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