Erika Mann

    Aus WISSEN-digital.de

    deutsche Schriftstellerin; * 9. November 1905 in München, † 27. August 1969 in Kilchberg bei Zürich

    Erika Mann war die älteste Tochter von Thomas Mann. Eine besonders enge Bindung hatte sie zu ihrem Bruder Klaus Mann, mit dem sie 1927 eine Weltreise unternahm und mit dem zusammen sie auch schriftstellerisch tätig war (unter anderem: "Rundherum. Das Abenteuer einer Weltreise", 1928, "Das Buch von der Riviera", 1931).

    Erika Mann erlernte bei Max Reinhardt in Berlin das Schauspielerhandwerk. Sie arbeitete unter anderem mit Gustav Gründgens zusammen, den sie am 24. Juli 1925 heiratete. Die Ehe mit dem berühmten Schauspieler hielt allerdings nur bis 1929. Ende der 1920er Jahre begann die Schauspielerin auch zu schreiben, konnte allerdings nie die Bedeutung ihres Vaters, ihres Onkels Heinrich oder ihres Bruders Klaus erreichen. Mitte 1931 gewann sie eine Autorallye über 10 000 km durch Südeuropa.

    Erika Mann war eine überzeugte Gegnerin des Nationalsozialismus. Für ihre Teilnahme an einer pazifistischen Veranstaltung im Januar 1932 wurde sie von den Nationalsozialisten heftig angefeindet. Daraufhin verklagte sie die nationalsozialistische Presse - und gewann den Prozess. Doch ein Jahr später, nach der "Machtergreifung" der Nationalsozialisten, musste die Familie Mann emigrieren. Erika Mann war in den Folgejahren als Mitbegründerin (neben Therese Giehse) des Kabaretts "Die Pfeffermühle" (1933) in vielen Ländern Europas und in den USA als Gegnerin des Faschismus tätig.

    Nachdem ihr die nationalsozialistischen Machthaber 1935 die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen hatten, heiratete sie im Juni den homosexuellen Schriftsteller Wystan Auden, um die britische Staatsbürgerschaft zu erhalten. In der Folgezeit war sie als Journalistin in den USA und in Europa tätig. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie zur wichtigsten Mitarbeiterin ihres Vaters und betreute den Nachlass ihres Bruders Klaus, der 1949 Selbstmord beging. 1955, nach dem Tod ihres Vaters, übernahm sie, wie es Thomas Mann testamentarisch verfügt hatte, die Verwaltung seines Nachlasses.

    Weitere Werke

    "Stoffel fliegt übers Meer" (Kinderbuch, 1932), "Zehn Millionen Kinder - die Erziehung im Dritten Reich" ("School for Barbarians", 1938), "Escape to Life" (1939, zusammen mit Klaus Mann), "Das letzte Jahr. Bericht über meinen Vater" (1956) u.a.

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