Alija Izetbegovic

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    bosnischer Politiker; * 8. August 1925 in Bosanski Samac, † 19. Oktober 2003 in Sarajevo

    Der ehemalige bosnische Staatpräsident spielte eine führende Rolle im Bosnienkrieg 1992-95, in dem er die Interessen der muslimischen Bevölkerung vertrat.

    Aufgewachsen in Sarajevo, beteiligte sich Izetbegovic während des Zweiten Weltkriegs an Partisanenkämpfen bosnischer Muslime und wurde 1946 wegen so genannter panislamischer Untergrundaktivitäten zu drei Jahren Haft verurteilt.

    Nach dem Gefängnisaufenthalt studierte er Jura und arbeitete als Rechtsanwalt und Firmenberater. 1976 veröffentlichte er die Denkschrift "Der Islam zwischen Ost und West" und war 1983 Initiator der "Islamistischen Deklaration". Im selben Jahr wurde er wegen Verbreitung "islamischer Propaganda" erneut zu 14 Jahren Haft verurteilt, wurde aber bereit 1988, nach fünf Jahren, wieder frei gelassen.

    1990 gründete er in Bosnien die muslimische Partei der Demokratischen Aktion (SDA), die bei den ersten freien Wahlen stärkste Partei wurde. Izetbegovic wurde zum Staatspräsidenten von Bosnien und Herzegowina gewählt und machte sich zum Ziel, die beiden Länder als multiethnische (die Bevölkerung teilte sich in 44 % Muslime, 31 % Serben und 17 % Kroaten) Republik zu erhalten. Die bosnischen Serben seines Landes forderten allerdings den Anschluss an Serbien bzw. eine eigenständige serbische Republik.

    1992 führten die anhaltenden Spannungen zum Bürgerkrieg. Izetbegovic bemühte sich um ein friedliche Lösung der Konflikte und unterzeichnete

    1994 in Washington gemeinsam mit dem kroatischen Präsidenten Franjo Tudjman einen Vertrag über eine kroatisch-muslimische Föderation in Bosnien und Herzegowina.

    Im darauf folgenden Jahr wurde von Izetbegovic, Tudjman und dem serbischen Präsidenten Slobodan Miloševic das Friedensabkommen von Dayton unterschrieben. Dies führte zur Teilung von Bosnien und Herzegowina in einen kroatisch-muslimischen und einen serbischen Teil, die gemeinsam von Sarajevo aus regiert wurden. 1996 wurde Izetbegovic als bosnischer Vertreter bei den ersten freien Wahlen bestätigt und 1998 zu einem der drei Mitgliedern des Staatspräsidiums gewählt.

    2002 zog sich Izetbegovic aus der Politik zurück.


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