Zentralperspektive (Malerei)

    Aus WISSEN-digital.de

    (lateinisch: perspicere, "hindurchschauen")

    Die Zentralperspektive ist die Darstellung eines Raumes auf einer zweidimensionalen Bildfläche auf eine Weise, die den Raum und die darin enthaltenen Gegenstände dem Betrachter erscheinen lässt wie unter den Sehbedingungen im wirklichen Raum.


    Merkmale

    Die Prinzipien der Zentralperspektive beruhen auf der perspektivischen Verkürzung: Alle ins Bild laufenden Linien schneiden sich im so genannten Fluchtpunkt, der auf der Horizontlinie liegt. Dinge, die vom Betrachter weiter entfernt erscheinen sollen, sind kleiner dargestellt als Gegenstände im Vordergrund. Der so genannte Augenpunkt bestimmt den Blickwinkel des Betrachters. Liegt der Augenpunkt hoch im Bild, erscheint es in der Vogelperspektive, liegt er sehr tief, sieht der Betrachter aus der Froschperspektive.

    Eine gute Tiefenwirkung erreicht der Maler v.a. durch gleichartige Gegenstände, die sich mit zunehmender Entfernung gleichmäßig verkürzen, z.B. einer Säulenreihe, einer Baumallee oder einer Häuserflucht.

    Die Wirkung der Zentralperspektive kann noch verstärkt werden durch die Beleuchtungsperspektive: Gegenstände im Hintergrund erscheinen heller als solche im Vordergrund, im Freien geht der Horizont allmählich in Blautöne über (Luftperspektive).

    Geschichte

    Die Anwendung der Zentralperspektive setzt profunde mathematische und optische Kenntnisse voraus und wurde erst in der Kunst der Renaissance konsequent angewendet.

    Einzelne Elemente wie räumliche Anordnung der Gegenstände, Größenverminderung und Verkürzung finden sich allerdings schon in der griechischen und besonders der römischen Wandmalerei.

    Die Malerei des Mittelalters hatte räumliche Elemente fast völlig verdrängt und stattdessen eine flächige, von Farben dominierte Malweise gepflegt.

    Wegbereiter der modernen Perspektivdarstellung war Giotto, der mit Kastenräumen, in die seine Figuren eingestellt waren, einen geschlossenen Bildraum erzeugen konnte.

    Anfang des 15. Jh.s, zu Beginn der Renaissance, entwickelte sich in Florenz mit zunehmendem Interesse an der Wissenschaft die perspektivisch richtige Malerei auf der Grundlage mathematischer Berechnungen.

    Erste Versuche stammen von F. Brunelleschi, sie sind jedoch nur schriftlich überliefert. Die erste Umsetzung in die Malerei ist das so genannte Trinitätsfresko von Masaccio in S. Maria Novella, Florenz (1428). In der Folge brachten zahlreiche italienische Maler die zentralperspektivische Malerei zur Vollendung (P. Uccello, P. della Francesca). Sie konnten dafür auf die schriftlichen Erläuterungen von L.B. Alberti zurückgreifen ("Drei Bücher über die Malerei", 1436).

    Die Maler nördlich der Alpen konstruierten lange Zeit ihre Innenräume nach Erfahrungswerten, ohne die zentralperspektivischen Gesetze genau einzuhalten. Erst A. Dürer machte sich Gedanken zur Theorie der Perspektive.

    Einen neuen Höhepunkt fand die perspektivische Darstellung in der Deckenmalerei des Barock (Quadraturmalerei).

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