Zentralasiatische Kunst

    Aus WISSEN-digital.de

    Unter dem Begriff zentralasiatische Kunst fasst man Kunst Ost- und Westturkestans, Afghanistans, von Teilen der Mongolei, Tibets und der anderen Himalajastaaten zusammen.

    Die Kunst dieser Länder weist vielfältige kulturelle Übereinstimmungen auf. In vorgeschichtlicher Zeit gab es skythische und altsibirische Einflüsse (Grabanlagen, Tierornamente, Friedhof von Yemshitepe, Kuschanreich in Afghanistan). In historischer Zeit wurde die Kunst vor allem vom Buddhismus geprägt (Bamian in Afghanistan als frühestes Beispiel von Ghandara beeinflusster buddhistischer Kunst); 450-1100 n.Chr. entstanden zahlreiche buddhistische Höhlentempel entlang der Seidenstraße in Ost-Turkestan. Hier trafen indische Einflüsse aus dem Guptareich (Ghandarakunst) mit iranischen und chinesischen Stilelementen zusammen, z.B. in Seiden- und Wandmalerei, bei bemalten Lehmskulpturen und Manuskripten.

    Die Zentren der zentralasiatischen Kunst dieser Zeit waren Kaschgar im Westen, Khotan im Süden, Kucha (mit Kisil Ortang) und Turfan im Norden und Tunhwang im Osten. Die Städte Toprak-Kala (Choresmien) und Pendschikent (Sogdiana) waren Zentren buddhistischer Kunst im westlichen Turkestan, das im 8. Jh. islamisiert wurde, so dass in Transoxanien (Buchara) und Sogdiana (Samarkand) nun eine Sonderform islamischer Kunst entstand.

    In Tibet wurden seit dem 7. Jh. insgesamt ca. 5 000 lamaistische Tempel und Klöster gegründet (641-650 Jokhangtempel in Lhasa). Ein tibetanischer Sondertyp der Pagode ist die Tjorten, die indische, chinesische und örtliche Einflüsse aufweist und mit bunten Thankas (Rollbildern, Tempelfahnen), versilberten oder vergoldeten Kultfiguren (Götterbilder, Priesterporträts, Heiligenbildern), Kultgeräten, Gebetsmühlen und Donnerkeilen ausgestattet ist.

    Unter tibetanischem Einfluss entstanden in Nepal, Sikkim, Bhutan, Mongolei (Ulan Bator) ebenfalls lamaistische Klöster. Im 17. Jh. wurde der Potala, die Palastburg von Lhasa, ausgebaut. Buddhistische und hinduistische Einflüsse bestimmten die nepalesische Kunst im Katmandutal; die ältesten der mit vielen kompliziert strukturierten plastischen Bildwerken (besonders Skulpturen aus dem 9./10. Jh.) dekorierten Tempelbauten stammen aus dem 1. Jh. v.Chr. (Stupas von Bodnath und von Swayambunath, Katmandu). Seit dem 17. Jh. dominiert die indische Holz-Ziegel-Architektur (Pagodenstil), so in Bhadgaon (Nyatapola-Tempel) und bei Katmandu (Pasupatinatha-Tempel).

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