Viren (Medizin)

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    (lateinisch) Einzahl: das Virus;

    Datei:Aids0001.jpg
    Eine Computergrafik des Aids-Virus

    sehr große, noch nicht restlos bekannte und laufend erforschte Gruppe von Nukleoproteiden (nukleinsäurehaltige Eiweißmoleküle), denen nur sehr bedingt die Eigenheiten urtümlichster Lebewesen zuzusprechen sind. Form und Innenstruktur sind verschieden (kugelig, quaderförmig, oval, stäbchen- und fadenförmig). In ihrem chemischen Aufbau ähneln sie sehr den Genen, lassen sich z.T. als gleichmäßig kristallisierendes Eiweißsubstrat darstellen und haben dadurch eindeutig die Eigenschaft "toter" Materie. Erst bei der Kontaktaufnahme mit pflanzlichen oder tierischen Wirtskörpern, die ihnen spezifisch zusagen, entwickeln sie lebendige Eigenschaften, bauen das Eiweiß des Wirtskörpers zu Viruseiweiß um und beginnen mit ihrer Vermehrung.

    Größenordnungsmäßig (etwa 10-450 nm) füllen sie genau den Raum aus, der zwischen den kleinsten Bakterien und den größten Molekülen besteht, existieren also auch darin in einer Grenzregion zwischen Materie und Lebensformen. Dieser Kleinheit wegen sind Viren normalerweise nur im Elektronenmikroskop sichtbar zu machen (nur einige sehr große Formen auf dem Umweg über bes. Färbemethoden auch Lichtmikroskop). Ebenso ist ihre Filtrierbarkeit nur mit Ultrafiltern möglich.

    Die Viren sind durchweg gefährliche Krankheitserreger bei Pflanzen, Tieren und Menschen und vernichten sogar Bakterien (Bakteriophagen). Bekannteste Virus-Krankheiten sind Pocken, Masern, Tollwut, Kinderlähmung, Grippe, Aids, Schnupfen, Staupe, Maul- und Klauenseuche, Gelbfieder, Leberentzündung, Papageienkrankheit u.v.a. Auch bei der Krebsentstehung scheint den Viren eine besondere Funktion zuzufallen.

    Ihre Bekämpfung ist sehr schwierig, da sie erstaunlich widerstandsfähig gegen Kälte und Hitze sind und auch gegen Desinfektionsmittel schnell resistent werden. Antibiotika und Chemotherapeutika sind nur in wenigen Fällen hilfreich.

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