Ulysses Simpson Grant

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    amerikanischer Politiker; * 27. April 1822 in Point Pleasant, Ohio, † 23. Juli 1885 in Mount McGregor bei Schuylerville, New York

    18. Präsident der USA (von 1869 bis 1877);

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    Ulysses Simpson Grant

    Grant trat 1839 in die Militärakademie ein und nahm mit Auszeichnung am mexikanischen Krieg teil, so dass er zum Kapitän befördert wurde. 1854 schied er aus der Armee aus und wurde Farmer.

    Als jedoch Lincoln am 15. April 1861 die erste Proklamation erließ, wurde er Adjutant des Gouverneurs von Illinois, darauf Oberst des 21. Freiwilligenregiments desselben Staates und rückte zum südlichen Missouri vor, wo er das strategisch äußerst wichtige Cairo besetzte. So vereitelte er die Absicht der Sezessionisten, den Mississippi und Ohio zu blockieren und vertrieb sie aus dem Südosten von Missouri. Damit war der Zweck der hier geführten Kämpfe erreicht, die Schifffahrt auf dem Mississippi frei gemacht und die Trennung der südlichen Konföderation in zwei Teile erreicht.

    Lincoln ernannte Grant zum Oberbefehlshaber aller am Mississippi, Ohio, Tennessee und Cumberland stehenden Bundestruppen. Als solcher siegte er bei Chattanooga im November 1863 und besetzte Knoxville im Dezember. Nach mehrfachen blutigen Kämpfen gelang es Grant im Herbst 1864, Lees Defensivstellung zu durchbrechen, den Jamesfluss zu überschreiten und sich auf dem rechten Ufer zu behaupten. Nachdem er im Winter sein Heer reorganisiert und durch Rekruten ergänzt hatte, schnitt er durch einen schnellen Marsch auf Burkesville im März 1865 Lee den Rückzug nach Northcarolina ab, eroberte am 3. April Richmond und zwang am 12. April Lee mit dem Rest seiner Armee zur Kapitulation. Durch diesen Sieg stieg Grant auf den Gipfelpunkt seiner Popularität.

    Im Mai 1868 stellte ihn die in Chicago versammelte Nationalkonvention der republikanischen Partei als ihren Kandidaten für die Präsidentenwahl auf, in der Grant mit 206 Wahlmännerstimmen gegen 88 über seinen Gegner Seymour siegte. Erste außenpolitische Ziele seiner Amtszeit waren Annexionsversuche in Bezug auf Santo Domingo und die dänischen Antillen, die jedoch am Widerstand der Opposition im Kongress scheiterten. Mit England schloss er am 24. Mai 1872 den Vertrag von Washington, der die Alabamafrage zugunsten Amerikas entschied und die Entschädigungsfrage einem Schiedsgericht überließ. Auch in dem Streit über die San Juan-Frage erreichte Grant von dem zum Schiedsrichter erwählten deutschen Kaiser einen der Union günstigen Spruch.

    Schwieriger war die Ordnung der innenpolitischen Verhältnisse. Hier war Grants unselbstständige Haltung, seine Nachgiebigkeit gegen die republikanische Partei, die im Kongress die Mehrheit hatte und sie zum persönlichen Vorteil ihrer Mitglieder missbrauchte, verhängnisvoll. In allen Ämtern saßen Verwandte oder Befehlsempfänger der Parteihäupter, mehrere Senatoren hatten sich ihre Stellung nur durch Korruption verschafft. Untersuchungen wurden wohl angestellt, blieben aber erfolglos.

    Trotzdem wurde Grant bei der nächsten Präsidentenwahl am 6. Dezember 1872 wiedergewählt. Die allgemeine Entrüstung über das System der Korruption unter ihm wuchs endlich so, dass er 1876 mehrere hochgestellte Beamte, deren Betrügereien und Bestechungen allzu schamlos waren, entlassen musste und seine Partei ihn 1876 nicht wieder als Kandidaten aufstellen konnte. Nachdem er am 5. März 1877 sein Amt niedergelegt hatte, trat er eine längere Reise nach Europa an, von der er erst Ende 1879 zurückkehrte. Er wurde 1880 wieder als Präsidentschaftskandidat aufgestellt, allerdings erfolglos. Durch Bankspekulationen verlor er 1884 sein ganzes Vermögen, weswegen ihm der Kongress eine Pension bewilligte.

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