Stephen William Hawking

    Aus WISSEN-digital.de

    britischer Physiker und Mathematiker; * 8. Januar 1942 in Oxford

    einer der bedeutendsten Astrophysiker der Gegenwart.

    Hawking studierte ab 1959 erst in Oxford, dann in Cambridge Physik. Im Alter von 24 Jahren promovierte er, seit 1977 ist er Professor für Theoretische Physik und Angewandte Mathematik an der Cambridge University. Er ist Mitglied der Royal Society.

    Ziel seiner Forschungsarbeit ist die so genannte "Große Vereinheitlichungstheorie" oder "Große Unifzierte Theorie"; diese soll nicht nur Relativitätstheorie und Quantenmechanik, sondern auch andere wichtige Theorien der Physik zu einem einzigen theoretischen Ansatz zusammenfassen. Die Relativitätstheorie befasst sich mit sehr großen Objekten, die durch ihre immense Masse wirken, die Quantenmechanik hingegen mit den extrem kleinen Elementarteilchen. Beide Theorien sind durch vielfältige Experimente belegt und führen zu sehr genauen Aussagen über ihre jeweiligen Untersuchungsobjekte. Zunächst sind beide Theorien unabhängig voneinander zu sehen; kleine Objekte haben nur geringe Schwerkraft, große zeigen keine quantenmechanischen Effekte. Dies trifft aber in einigen Grenzbereichen nicht zu: Schwarze Löcher sind äußerst kompakt, verfügen aber gleichzeitig über extrem hohe Masse. Hier kommt es zu diametralen Widersprüchen zwischen beiden Theorien. Stephen Hawking befasst sich intensiv mit dem Phänomen der Schwarzen Löcher, um der Vereinheitlichung der beiden Theorien näher zu kommen. In den 1970er Jahren gelang es mit Hilfe der nach ihm benannten Hawking-Strahlung, beide Theorien hinsichtlich ihrer Aussagen über Schwarze Löcher zu vereinen: Aufgrund von quantenmechanischen Effekten schlucken Schwarze Löcher trotz ihrer immensen Gravitation nicht alles in ihrer Umgebung, sondern geben Energie (die Hawking-Strahlung) wieder ab. Dadurch verschwinden sie langsam. 2004 stellte Hawking seine Theorie über die "Verflüchtigung" von Schwarzen Löchern durch die Hawking-Strahlung allerdings wieder in Frage. Er geht nun davon aus, dass Schwarze Löcher nicht alle eingesogene Energie und Materie vernichten, sondern teilweise wieder freigeben. In der Folge vertritt Hawking auch nicht mehr die Existenz von Paralleluniversen, die er zuvor auf Grund von quantenmechanischen Überlegungen für notwendig gehalten hatte.

    Hawking befasst sich ebenfalls mit Theorien zum Urknall. Schon als Doktorand bewies er mathematisch, dass das Universum aus einer Singularität entstanden sein muss. Dies hat er in späteren Jahren allerdings teilweise widerrufen und geht nun davon aus, dass das Universum keinen Anfang hatte.

    Er leidet an einer als amyotropische Lateralosklerose bezeichneten Krankheit, die mit einer fortschreitenden Muskellähmung verbunden ist. Die Krankheit wurde bereits Mitte der 1960er Jahre diagnostiziert. Nach Einschätzung seiner damaligen Ärzte hatte Hawking nur noch zwei Jahre zu leben. Er ist an einen Rollstuhl gefesselt und kann seit einer Operation 1986 nicht mehr sprechen. Mittels eines speziell entwickelten Sprachcomputers kann er sich dennoch artikulieren und hält Vorlesungen und öffentliche Vorträge vor wissenschaftlichem Publikum und interessierten Laien.

    Seit 1995 ist Hawking mit seiner ehemaligen Pflegerin Elaine Mason in zweiter Ehe verheiratet. Aus seiner ersten Ehe stammen zwei Söhne und eine Tochter.

    Hawkings 1988 erschienener Bestseller "Eine kurze Geschichte der Zeit. Die Suche nach der Urkraft des Universums" ist eine allgemeinverständliche Abhandlung über den Anfang und das Ende des Universums.

    Weitere Werke: "Die illustrierte kurze Geschichte der Zeit" (2000), "Das Universum in der Nußschale" (2001).


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