Sport

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    Allgemeines

    Bezeichnung für körperliche Aktivitäten des Menschen bei nicht durch Arbeit geprägten Bewegungsabläufen sowie bei bestimmten Spielformen. Oftmals sind sportliche Betätigungen wettkampforientiert, sie dienen aber auch der Freizeitgestaltung oder der Verbesserung beziehungsweise des Erhalts der körperlichen Beweglichkeit und des Wohlbefindens.


    Herkunft des Begriffes

    Der Ursprung des Begriffes liegt im lateinischen "deportare", das im Sinne von "sich zerstreuen" verwendet wurde. Über das altfranzösische ("desport") drang das Wort in der Bedeutung von "Erholung", "Zerstreuung" in den angelsächsischen Sprachraum vor. Historisch unterlag der Begriff somit einem Bedeutungswandel, der eine Verschiebung von "Zerstreuung" hin zu "körperliche Ertüchtigung" mit sich brachte.

    In der deutschen Sprache gibt es für sportliche Aktivitäten zunächst Begriffe wie "Leibesübungen" (16. Jahrhundert) oder "Turnen" (Anfang des 19. Jahrhunderts), dessen Ausprägung vor allem dem pädagogischen Bereich zuzuschreiben ist. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts fand das Wort "Sport" Einzug in den deutschen Sprachraum, in den frühesten Belegen noch in der aus dem Englischen entlehnten Bedeutung.

    Sport und Freizeit

    Galt es in frühen Kulturen, im Wettkampf Ruhm und Ehre zu erlangen oder aber kultische Handlungen auszuführen, bildete sich in der Neuzeit der Sport als kultureller Bestandteil der Gesellschaft und als wichtiger Sektor der Freizeitindustrie heraus. Indiz hierfür sind unter anderem immer neu entstehenden Sportarten, wie z.B. die immer beliebter werdenden Extremsportarten (Free climbing, Bungeejumping etc.) oder die Integration von Sport in den Alltag (Inline-Skaten). In Kulturen mit hohem Freizeitwert entwickelte sich sportliche Betätigung zu einem zentralen Gut der Gesellschaft.

    Sport und Gesellschaft

    Der Sport als Massenphänomen ist ein zentraler Bestandteil der Gesellschaft. Während im sportlichen Wettkampf das menschliche Streben nach Kräftemessen zu sehen ist, spielen in der heutigen Freizeitgesellschaft verstärkt Motive wie Fitness und Körperkult eine wichtige Rolle.

    Breitensport

    Der so genannte Breitensport entwickelte sich zu einem wirtschaftlich bedeutenden Sektor: Aktive wie passive Sportler sind Zielgruppe ganzer Industriezweige. Die starke Medienpräsenz führte auch zu einer Koppelung von Werbung und Sport.

    Leistungssport

    Vorbild für den Breitensport ist häufig der Leistungssport mit seinen Akteuren, darunter viele Berufssportler. Im Spitzensport spiegeln sich die Werte einer erfolgsorientierten Gesellschaft, in der Leistungsoptimierung, Rekorde, Durchsetzungsvermögen und das olympische Motto "höher, weiter, schneller" groß geschrieben werden. Leistungssport steht somit im Einklang mit einer Leistungsgesellschaft, in welcher der wachsende Erfolgsdruck nicht nur große Karrieren fördert, sondern auch die negativen Begleiterscheinungen wie z.B. Doping verstärkt.

    erzieherischer Stellenwert

    Auch sozialpädagogisch nimmt der Sport einen wichtigen Stellenwert ein, so wurde der erzieherische Wert sportlicher Betätigung von Pierre de Coubertin, dem Wiederbegründer der Olympischen Spiele, hervorgehoben. In Deutschland förderte vor allem "Turnvater Jahn" die Verbindung von körperlicher Ertüchtigung und erzieherischen Werten.

    Behindertensport

    Der Behindertensport wird auf professioneller Ebene bei den so genannten Paralympics, den Olympischen Spielen für behinderte Sportler, gefördert und auch zu Therapiezwecken eingesetzt.

    5. Institutionalisierung des Sports

    Mit dem Ziel, einheitliche Regeln festzulegen und Wettkampfregularien aufzustellen, wurde die Institutionalisierung des Sports vorangetrieben. Auf erster Stufe stehen die Vereine mit sportlicher Selbstverwaltung. Im Gegensatz dazu existiert in Deutschland die öffentliche Sportverwaltung. Dachverband ist der Deutsche Sportbund (DSB).

    Eine organisatorische Eingliederung einzelner Sportarten spielt unter anderem bei der Austragung internationaler Wettkämpfe und bei der Anerkennung als olympische Sportart vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eine Rolle.

    Veranstaltungen und Vermarktung

    Der Sport genießt ein hohes Ansehen, in den meisten Gesellschaften avancieren erfolgreiche Sportler populärer Sportarten zu Superstars. Eine Bühne bieten dabei vor allem die alle vier Jahre stattfindenden Olympischen Spiele (Winterspiele, Sommerspiele), die seit ihrer Wiederbelebung 1896 mit nur wenigen Unterbrechungen ausgetragen werden. Auch nationale Wettbewerbe (wie z.B. die Fußball-Bundesliga), Welt- und Europameisterschaften bilden eine wichtige Plattform für die Vermarktung der Sportler, für das Merchandising, für die Sportartikelhersteller und vieles mehr. Was in der Antike seinen Ursprung hat, ist bis heute ungebrochen: Im sportlichen Wettstreit spiegeln sich die menschlichen Emotionen zwischen Sieg und Niederlage, die gesellschaftlichen Werte zwischen Erfolg und Versagen.

    Geschichte und Entwicklung

    Sport und Spiel

    Zu allen Zeiten fand körperliche Betätigung im Spiel seinen Ausdruck. So stellten Ballspiele in mittelamerikanischen Kulturen, z.B. bei den Mayas und den Azteken, eine wichtige religiöse Kulthandlung dar, die Spielidee des Basketballs wurde schon in den Kulturen der Perser, Normannen, Inkas und Azteken gepflegt. Frühe Formen des Fußballspiels lassen sich für die Antike nachweisen. Ab dem 19. Jahrhundert verbreiteten sich verschiedene Sportarten mit wettkampforientiertem Zug meist von England aus über ganz Europa (z.B. Fußball oder Hockey).

    Sport als Wettkampf

    Körperliches Kräftemessen als Urform sportlicher Wettkämpfe ist ein Bestandteil der Menschheitsgeschichte; der Dichter Homer (etwa um 800 v.Chr.) beschreibt in seiner "Ilias" Boxkämpfe, die zu Ehren der vor Troja Gefallenen ausgetragen wurden. Die Ursprünge des Sports als Leistungsmessung liegen in den Olympischen Spielen der Antike, einzig offizieller Wettkampf war der so genannte Stadion-Lauf, ein Wettlauf von exakt 192,27 m, in seinem Ursprung eine kultische Handlung. In der Antike wurden Sportler - in den klassischen Disziplinen Laufen, Werfen, Springen und Ringen - als Helden verehrt.

    Entwicklung in der Neuzeit

    Im England des frühen 19. Jahrhunderts bildeten sich viele bis heute populäre Sportarten und deren Regeln, als auch die ersten bis heute äußerst prestigeträchtigen Schulwettkämpfe entstanden. So fand die erste Ruder-Regatta der Universitäten Oxford und Cambridge im Jahr 1829 statt, neben dem Rudersport fanden auch die Sportarten Kricket, Fußball, Rugby, Hockey, Tennis und Leichtathletik Einzug in die Eliteschulen Englands.

    KALENDERBLATT - 27. Juli

    1794 Der französische Revolutionsführer Maximilien Robespierre wird gestürzt, nachdem er radikal dafür gesorgt hatte, alle Feinde der französischen Revolution der Guillotine zu übereignen. Er war als Vorsitzender des allmächtigen Wohlfahrtsausschusses für eine beispiellose Terrorgesetzgebung verantwortlich. Einen Tag nach seinem Sturz kommt er selbst unter die Guillotine.
    1894 Es kommt zum Krieg zwischen China und Japan, bei dessen Ende im April 1895 China die Unabhängigkeit Koreas anerkennen muss.
    1955 Der Österreichische Staatsvertrag tritt in Kraft, in dem Österreich von den Alliierten als "souveräner und demokratischer Staat" in den Grenzen vom 1. Januar 1938 anerkannt wird.



    Film und Fernsehen

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