Sonatenhauptsatz

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    auch: Sonatenhauptsatzform;

    musikalisches Formschema für Einzelsätze innerhalb zyklischer Kompositionen wie Sonaten, Symphonien und Konzerte seit der Wiener Klassik. Hauptsächlich im Eingangssatz, konnten auch weitere Sätze nach dem Schema der Sonatenhauptsatzform gebaut sein.

    Der Sonatenhauptsatz gliedert sich folgendermaßen:

    • Exposition: In der Regel werden zwei Themen aufgestellt, das erste in der Tonart des Werks, das zweite Thema (Seitensatz) in der Dominante bzw. bei Werken in Molltonarten in der Durparallele (in a-Moll beispielsweise nach C-Dur).*Durchführung: Verarbeitung des thematischen Materials, Modulationen, neues motivisches Material. *Reprise: Wiederholung der Exposition; harmonische Spannung zwischen den Themen aufgehoben, Bestätigung der Haupttonart. Es folgt eine Coda als Abschluss mit gegebenenfalls kurzen Andeutungen von wichtigen musikalischen Gedanken des Satzes. Bei einem Solokonzert ist vor der Coda die Kadenz eingefügt. Bereits zur Zeit der Entwicklung des Sonatenhauptsatzes im 18. Jh. zeigen sich durchaus unterschiedliche Lesarten des Grundmusters. So arbeitet Haydn häufig monothematisch (mit einem statt zwei Themen), Mozart oft mit einer größeren Anzahl thematischer Gruppen. Erst L. van Beethoven baut seine Sonatenhauptsätze regelgerecht auf den Dualismus kontrastierender Themen. Erst im 19. Jahrhundert wurde die Theorie des Sonatenhauptsatzes formuliert. Da sich diese Theorie vor allem an Beethoven orientiert, wird sein Werk zwangsläufig zum mustergültigen Beispiel. Kennzeichnend für die Sonatenhauptsätze vor Beethoven ist v.a. das Spannungsverhältnis zwischen Tonika und Dominante.

    In Schlusssätzen wird der Sonatenhauptsatz oft mit der Rondoform zum Sonatenrondo kombiniert. Ferner übertrugen Komponisten wie Mozart, Beethoven, Schubert u.a. die Sonatenhauptsatzform auch auf andere Gattungen wie die Messe, wo einzelne Sätze (Credo o.Ä.) nach einer textabhängig modifizierten Sonatenhauptsatzform gebaut waren. Die Form bleibt bei aller Unterschiedlichkeit der Auseinandersetzung mit ihr weit bis in das 20.Jh. hinein für Symphoniker wirksam und selbst dort als Basiskonzept spürbar, wo sich Komponisten bewusst davon abwenden.

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