Schweißen

    Aus WISSEN-digital.de

    Sammelbegriff für Fertigungsverfahren, durch die Teile aus gleichen oder gleichartigen Werkstoffen unter Einwirkung von Wärme und/oder Druck miteinander verbunden werden, wobei ein gleichartiger Werkstoff mit gleichem oder nahezu gleichem Schmelzbereich zugesetzt werden kann.

    Unterschieden wird zwischen Verbindungsschweißen und Auftragsschweißen; die zahlreichen Schweißverfahren unterteilt man in Schmelz- und Pressschweißen.

    Beim Schmelzschweißen werden schmale Zonen der zu verbindenden Teile an den Berührungsstellen geschmolzen. Die Verbindung kommt im Bereich der Schweißnaht durch Ineinanderfließen der flüssigen Materialien zustande, wobei zur Vermeidung einer zu dünnen Schweißnaht Material von einem "Schweißdraht" hinzugeschmolzen werden kann:

    Beim Gasschmelzschweißen (Autogenschweißen) liefert eine Gasflamme die Schmelzwärme, deren Temperatur durch Sauerstoffzufuhr gesteigert wird. Das gebräuchlichste Schweißgas ist Acetylen. Beim Lichtbogenschweißen wird die elektrische Energie einer Stromquelle in einem Lichtbogen in Wärme umgewandelt. Beim Inertgasschweißen (Schutzgasschweißen) verdrängt ausströmendes Edelgas den Sauerstoff und den Stickstoff der Luft von der Schweißstelle, die anderenfalls bei gewissen Werkstoffen, wie Aluminium, zur Oxidbildung führen würden. Beim so genannten Argonarc-Schweißen (auch Wolfram-Inertgas-Schweißen oder WIG-Schweißen genannt, weil eine sich nicht verbrauchende Wolfram-Elektrode eingesetzt wird), strömt Argongas auf das Werkstück. Sigmaschweißen ist die amerikanische Bezeichnung für Schweißen unter Schutzgas; "Sigma" steht für "shielded inert gas metal arc welding". Bei der Unter-Pulver-Schweißung wird der Lichtbogen zwischen einer Elektrode und dem Werkstück unter einer Pulverschicht gezogen, die ebenfalls die Luft von der Schweißstelle fernhält, darüber hinaus auch die Zusammensetzung des Nahtgefüges steuert und ein schnelles Abkühlen der Naht verhindert. Eisenbahnschienen z.B. werden nach diesem Verfahren geschweißt. Beim Elektro-Schlacke-Schweißen in meist senkrechter Nahtlage wird die noch offene Schweißfuge durch wassergekühlte Gleitelemente aus Kupfer abgedichtet, so dass ein Hohlraum entsteht, der mit einem speziellen Schlackenpulver gefüllt wird. Pressschweißen ist der Sammelbegriff für eine Reihe von Verfahren, bei denen die zu verbindenden Teile vor dem Flüssigwerden in teigigem Zustand durch Druck oder Schlag vereinigt werden.

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