Scholastik

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    (von lateinisch: schola, "Schule", bzw. scholasticus, "Lehrer", "Gelehrter")

    Einleitung

    Bezeichnung für eine Hauptperiode der mittelalterlichen Philosophie, die vom 9. bis zum 15. Jahrhundert im christlichen Abendland vorherrschte. Das zentrale Thema der scholastischen Philosophie war das Verhältnis von christlichem Glauben und vernunftmäßigem Wissen. Insbesondere war es ihr Anliegen, mithilfe der Vernunft zu einem tieferen Verständnis des Glaubens zu gelangen und dabei die christlichen Dogmen zu systematisieren, aber auch Angriffe gegen die christliche Lehre mittels philosophischer Argumente abzuwehren.

    Die Periode der Scholastik wird in drei Abschnitte eingeteilt: Frühscholastik, Hochscholastik und Spätscholastik.

    Frühscholastik

    Die Frühscholastik (9. bis 12. Jh.) war durch die Herausbildung der scholastischen Methode gekennzeichnet. Diese Methode, die v.a. in der mittelalterlichen Summenliteratur ihren Niederschlag fand, bestand in der dialektischen Gegenüberstellung von Für und Wider (pro et contra) bezüglich einer aufgestellten These. Die Scholastiker griffen dabei hauptsächlich auf die tradierten Lehrmeinungen der Philosophen und Kirchenväter sowie auf die Bibel selbst zurück. Ein wichtiges Thema seit der Frühscholastik war weiterhin die Diskussion um die ontologische Interpretation von Universalien, der so genannte Universalienstreit. Dieser kreiste um die Frage, ob die menschlichen Allgemeinbegriffe eigenständig existieren oder lediglich im Denken des Menschen real sind. Ein wichtiger Vertreter der Frühscholastik ist Anselm von Canterbury.

    Hochscholastik

    Die Hochscholastik (13. Jh.), der Höhepunkt der mittelalterlichen Philosophie, war ganz durch die Rezeption der Schriften des Aristoteles geprägt, dessen gesamtes Werk nun teils durch direkte Übersetzungen aus dem Griechischen, teils durch Vermittlung der arabischen und jüdischen Philosophie in Europa bekannt wurde. Das philosophisch-theologische Wissen dieser Zeit wurde in großen Enzyklopädien, den Summen, festgehalten. Universitäten wie Paris, Oxford, Köln oder Bologna, aber auch geistliche Orden entwickelten sich zu Zentren der scholastischen Philosophie. So gilt neben Albertus Magnus der Dominikanermönch Thomas von Aquin mit seinem Versuch, die aristotelische Philosophie mit den christlichen Lehren zu verbinden, als Hauptvertreter der Hochscholastik.

    Spätscholastik

    Mit dem Ende des Mittelalters und dem Anbruch der Neuzeit endet mit der Spätscholastik (14. und 15. Jh.) auch das Zeitalter der scholastischen Philosophie. Wilhelm von Ockham trennt mit seinem Nominalismus den Glauben vom Wissen, die Theologie von der weltlichen Philosophie und den aufkommenden Naturwissenschaften.

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