Schmerz

    Aus WISSEN-digital.de

    (Dolor)

    Der Schmerz ist ein unangenehmes Empfinden, das durch äußere oder innere Reize ausgelöst wird, die über Nervenbahnen zum Gehirn geleitet werden. Er ist einer der Hautsinne.

    Das Empfinden von Schmerz ist individuell völlig unterschiedlich. Seine Funktion besteht in der Warnung, dass im Körper im Moment etwas nicht dem Standard entspricht (z.B. Fluchtreflex: Zurückziehen der Hand, Schließen der Augen usw.). Er führt je nach Art (Oberflächen-, Tiefenschmerz) zu bestimmten Reaktionen (Aktivierung, Hemmung) und kann ein Krankheitszeichen sein. Der akute Schmerz hat Warn- und Schutzfunktion. Die Bedingungen des Schmerzes sind schwer behandelbar.

    Die Schmerznerven enden ohne nachweisbares Sinnesorgan frei im Gewebe. In der Haut stehen sie weit dichter als die Tastkörperchen, reagieren aber erst auf stärkere Reize (Druck, Erhitzung, Entzündung usw.) als diese. In manchen inneren Organen, z.B. in der Leber oder im Gehirn, fehlen sie ganz, in anderen, wie den serösen Häuten, der Knochenhaut, der Gehirnhaut, sind sie sehr zahlreich.

    Schmerznerven reagieren auf Druck oder Verletzungen nicht direkt, sondern erst auf die dadurch ausgelösten Stoffwechseländerungen der sie umgebenden Zellen, die zu einem kurzen dauernden Säureüberschuss führen. Daher wird der Schmerz erst kurz nach der Gewalteinwirkung verspürt und schwillt zu einem Höhepunkt an. Chemische Reize (Verätzungen, Verbrennungen) wirken daher schneller als physikalische.

    Die Leitung der Schmerzempfindung verläuft über vegetative Nerven des Sympathikus und daher fünf bis zehnmal langsamer als die Berührungsempfindung. Es ist daher auch schwer, die Bahnen zu verfolgen, auf denen der Schmerz geleitet wird, und man weiß nicht genau, in welchem Teil des Gehirns (vermutlich im Stammhirn) er empfunden wird.

    Durch die Schmerzempfindung werden außer dem Fluchtreflex eine Reihe von vegetativen Erscheinungen ausgelöst, die einer Sympathikusreizung entsprechen: Erweiterung der Pupillen, Haaresträuben, Muskelzittern, Blutdruckschwankungen, Schweißausbruch, Pulsbeschleunigung. Wegen der ungezielten Schmerzleitung durch die vegetativen Nerven kann der Schmerz von manchen Organen in überraschender Weise "ausstrahlen", d.h. fehlempfunden werden (Head-Zonen).

    Durch die vegetativen Begleiterscheinungen mit Störung der Durchblutung und Ernährung befallener Körperstellen, wie durch den reflektorischen Muskelkrampf, kann der Schmerz sich selbst unterhalten und selbst zu einer Krankheitsursache werden. Daher werden viele Krankheitserscheinungen, wie z.B. die eines Rheumatismus, allein durch schmerzstillende Mittel gebessert. Nachlassen des Schmerzes bedeutet keineswegs immer die Beseitigung der Krankheit, sondern kann ebenso gut durch Abstumpfung oder Abtötung der Schmerznerven verursacht sein. Man sollte also stets die Ursache von Schmerzen klären.

    Ungeklärt ist die Schmerzqualität verschiedener Krankheitszustände, die oft für die Krankheit typisch ist. So sind manche harmlose Hauterscheinungen sehr schmerzhaft und andere, die weit tiefer gehen, nicht. Man unterscheidet zwischen stechenden, brennenden, bohrenden, dumpfen, zuckenden, pulsierenden, lokalisierbaren und unbestimmten Schmerzen, ohne die Ursache für diese unterschiedlichen Empfindungen zu kennen. Daher wirken auch starke Schmerzmittel nicht bei jedem Zustand gleich gut.

    Zwar ist der Schmerz ein subjektives Erlebnis, das man einem Menschen ohne die Möglichkeit der Nachprüfung glauben muss, doch ist ein starker Schmerz von den erwähnten vegetativen Regulationsstörungen begleitet und die Schmerzempfindung, wie jede Nervenerregung, auch von elektrischen Erscheinungen begleitet, die sich enzephalographisch messen lassen.

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