Schönheit

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    Bezeichnung für sinnlich wahrnehmbare Erscheinungen oder Gegenstände, die das Wohlgefallen des Urteilenden ohne zweckbestimmtes Interesse ausdrückt; als ästhetisches Urteil bezieht sich Schönheit damit ebenso auf die subjektive Befindlichkeit des Urteilenden wie auf die objektiven Gegebenheiten der bezeichneten Erscheinungen oder Gegenstände.

    Geschichte

    Mit der historisch-gesellschaftlichen Entwicklung verändert sich der Gehalt dessen, was als schön bezeichnet wird, Schönheit wird zunehmend auch zu einem sozialen Werturteil.

    Zwei ästhetisch-philosophische Traditionen sind in der Deutung des Schönen von der Antike bis heute zu unterscheiden. Platon bestimmte Schönheit als Idee, die sich in der sinnlichen Wahrnehmung widerspiegelt. Das Naturschöne ist das Eigentliche, während die darstellende Kunst die Idee des Schönen lediglich nachahmen kann. Im Mittelalter wird dieser platonische Grundsatz aufgenommen und um die erzieherische Funktion des Schönen für die Entwicklung des Menschen ergänzt; ebenso im deutschen Idealismus ("ästhetische Erziehung"). Eine andere Tradition wurde durch Aristoteles begründet, der Schönheit auch als Kategorie des Seins, als Übereinstimmung mit dem Ideal bezeichnet und es rational als durch Ordnung, Symmetrie und Abgrenzung gestaltet beschreibt; Schönheit wird als Gegenstand ästhetischer Beurteilung begriffen.

    Im Humanismus wird die Natur als Chaos der gestalteten Schönheit gegenübergestellt. Leibniz' Definition des Schönen als "Einheit in der Mannigfaltigkeit" findet sich (durch die Annahme einer inneren Ordnung) in der Strukturanalyse der modernen Kunstwissenschaft wieder. Dieses Verständnis von Harmonie bzw. Einheit in der Vielfalt bestimmt aber immer seltener das moderne künstlerische Schaffen, das sich durch Verzicht auf Mannigfaltigkeit, durch Reduktion ästhetischer Strukturen, durch Abweichen von harmonischer Gestaltung, durch gezielte Grenzüberschreitungen eher einer traditionellen Bestimmung von Schönheit entzieht.