Rhein

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    Blick vom Rheinufer auf die Altstadt von Basel

    Der Rhein ist der größte deutsche Strom mit einem Einzugsgebiet von 225 000 km². Der Rhein entsteht aus dem Vorder- und Hinterrhein, die sich bei Reichenau zum Alpenrhein vereinigen. Dieser durchfließt den Bodensee und bildet bei Schaffhausen den Rheinfall. Von Basel an fließt der Strom in nördlicher Richtung durch die Rheinische Tiefebene und durchbricht bei Bingen das Rheinische Schiefergebirge (Mittelrhein).

    Bei Bonn beginnt der Niederrhein, der unterhalb von Emmerich die niederländische Grenze überquert und in mehreren Armen in die Nordsee mündet. Hauptarm ist der Waal. Der Norderrhein entsendet die Ijssel zur Zuidersee und teilt sich nochmals in den Größeren Lek und den Krummenrhein. Der Rhein ist der verkehrsreichste Strom Europas. Seine Länge beträgt 1230 km.

    Der Rhein bildet eine der schönsten Flusslandschaften Deutschlands. Besonders sehenswert ist das Obere Mittelrheintal zwischen Koblenz und Bingen, das zum Weltnaturerbe gehört. Südlich von Koblenz findet sich die berühmte Loreley-Felswand, der der Dichter Heinrich Heine eine Ballade gewidmet hat. Die Hänge am Ufer des Rheines werden zum Weinanbau genutzt.

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    Die Weinberge bei Kaub am Rhein

    Der Rhein ist durch die Industrie und den Schiffsverkehr stark verschmutzt worden. 1986 z.B. gelangte eine große Menge hochgiftiger Stoffe durch einen Chemieunfall bei der Schweizer Firma Sandoz in den Rhein. Der Schutz des Rheines vor solchen ökologischen Katastrophen und die Verbesserung der Wasserqualität sind wichtige Aufgaben der Anrainerstaaten. Am Unterlauf des Rheines kommt es häufig zu Überschwemmungen.

    Seit frühesten Zeiten ist der Rhein eine der wichtigsten "politischen Straßen" Europas. Er verhalf den rheinischen Städten im Mittelalter zu hoher Blüte, verlor aber an Bedeutung für das alte Deutsche Reich durch die Einbuße seines Mündungsgebietes, die durch die Angliederung der Niederlande an die spanische Herrschaft der Habsburger 1555 eingeleitet wurde.

    Der Name Rhein ist vermutlich keltisch (lateinisch hieß der Rhein "Rhenus"). Schon in vorrömischer Zeit war der Fluss eine Handelsschifffahrtsstraße. Von Cäsar wurde der Fluss seit 58 v.Chr. als Grenze des Römerreiches gegen die Germanen erkämpft und durch Wehranlagen, Brücken, Garnisonen, Etappenstädte und Flotten gesichert. In karolingischer Zeit schloss der Fluss das (mittlere) Teilreich Lothars nach Osten hin ab.

    Erfolgreich wurde der Rhein durch Ludwig den Jüngeren 876 (Schlacht bei Andernach) gegen Karl den Kahlen verteidigt. Später wurde er in vertragsmäßiger Übereinkunft mit Karl dem Einfältigen 925 durch Heinrich I. als zum ostfränkischen Reich gehörig behauptet. Der Kampf um das linke Rheinufer wurde von Philipp IV. und Karl VII. wieder aufgenommen und von Richelieu neu belebt (Einziehung der Eroberungen Bernhards von Weimar 1639 und Besitzergreifung linksrheinischer Gebiete im Westfälischen Frieden 1648).

    Ludwig XIV. gewann durch Annexionen (Elsass und Straßburg 1688) und durch die Reunionen (z.T. nur vorübergehend) große rheinische Gebiete.

    Der Rhein wurde als Grenze 1795 (Baseler Sonderfrieden) von Preußen und 1801 (Frieden von Luneville) von Habsburg preisgegeben. Nach 1813 wurde der Fluss von den deutschen Patrioten (Arndt) als "Deutscher Strom" zurückgefordert. Er gehörte mit Ausnahme Straßburgs nach dem Pariser Frieden 1814 auch mit dem linksrheinischen Ufer zum Reichsgebiet. 1866 wurde er von Frankreich erneut als Grenze angestrebt.

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    Loreley; Postkarte mit Heinrich Heines Gedicht

    Ab 1871 gehörte der Fluss durch Angliederung des Elsasses an Deutschland wieder ganz zum Deutschen Reich. Seit 1918 bildet der Fluss, mit Ausnahme der Jahre 1940 bis 1945, im Oberlauf die Grenze zwischen Deutschland und Frankreich.


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